Oldenburg Während viele Oldenburger die regenfreien, sommerlichen Tage im Frühling dankbar zum Grillen, Baden, Eisessen oder Spazierengehen nutzen, fängt für andere die Arbeit jetzt richtig an. Vor allem überall dort, wo es grünt und blüht, potenzieren sich derzeit die Bemühungen, dass das auch so bleibt.

sTADTGÄRTEN

Besondere Aufmerksamkeit erhalten die Oldenburger Stadtgärten. „Wir haben elf Standorte mit 14 Einzelgärten, die versorgt werden müssen“, berichtet Friederike Töbelmann vom City-Management Oldenburg, das die Gärten betreut. Unter der Woche kümmert sich Andreas Bleses, Angestellter bei der Stadt Oldenburg, um die Bewässerung. An den Wochenenden übernehme diese Aufgabe ein privates Unternehmen, so Töbelmann.

ARCHIV - Zum Themendienst-Bericht «Dreimal düngen und häufig etwas schneiden: So wird der Rasen schön» von Brigitte Geiselhart vom 5. April 2018: Rasensprenger sollten am besten am frühen Morgen das Grün wässern. (Archivbild vom 19.08.2016/Nur zur redaktionellen Verwendung durch Themendienst-Bezieher.) Foto: Nestor Bachmann/dpa-tmn | Verwendung weltweit BILD: Nestor Bachmann

So sprengt man den Rasen richtig:

Der beste Zeitpunkt zum Rasensprengen ist der Abend, wenn es kühler ist und das auf dem Rasen verteilte Wasser nicht gleich wieder verdunstet.

Besser ein Mal richtig sprengen als jeden Abend ein bisschen – der Boden, in dem sich die Wurzeln des Rasens befinden, sollte nach dem Sprengen feucht sein.

Den Rasen sollt man nicht zu kurz mähen, da längere Halme und Blätter sich gegenseitig Schatten spenden und sich so vor der Sonne schützen.

Wenn der Rasen vertrocknet ist – nicht verzweifeln: Die Halme erholen sich innerhalb von zwei bis drei Wochen und erscheinen dann auch wieder im gewohnten Grün.

gÄRTNEREI lÜSCHEN

In der Gärtnerei Lüschen in Nadorst ist Inhaber Ralf Wilken den ganzen Tag unterwegs. „Wo er Samstagabend gegossen hat und Sonntagvormittag noch einmal, da war Montagvormittag schon wieder alles trocken“, sagt seine Frau Birgit. Vor allem auf den Friedhöfen sei die Arbeit kaum zu schaffen. „600 Gräber täglich zu gießen, das schafft man einfach nicht“, so Birgit Wilken. In der Grabpflege wäre jetzt eigentlich Zeit für die Sommerbepflanzung. „Aber der Boden ist trocken wie Puderzucker “, sagt Birgit Wilken. „Und gleichzeitig fangen die Kunden an zu fragen, warum noch nichts gepflanzt ist.“

Erschwerend kommt für die Frühlingspflanzen hinzu, dass auch der Wind dem Boden Feuchtigkeit entzieht. „Viele Leute denken, sie hätten ja reichlich gegossen und wundern sich, wie schnell der Boden wieder trocken ist“, sagt Birgit Wilken. „Die Stiefmütterchen hat das Wetter aber schon erledigt. Die nehmen nichts mehr auf, die sind tot.“

Fatal ist für die Pflanzen vor allem, dass die Hitze so früh im Jahr kommt. „Solche Temperaturen haben wir eigentlich erst im Juli oder August“, erklärt Birgit Wilken. „Die Frühlingsblumen kommen damit gar nicht zurecht. Würde man aber jetzt schon die Sommerblumen einsetzen, würden die kaputtgehen, wenn später noch einmal eine stärkere Regenzeit einsetzt.“

bOTANISCHER gARTEN

Im Botanischen Garten muss sich das Personal um eine Vielzahl von Pflanzen kümmern. „Das ist mit keinem normalen Garten oder Balkon vergleichbar“, sagt Klaus Reis, technischer Leiter des Gartens. Beim Gießen selbst würden aber die gleichen Regeln gelten.

„Die besten Zeitpunkte zum Gießen sind der Morgen und der Abend“, erklärt Reis. Morgens sei der Boden kühl und könne das Wasser besser aufnehmen, am Abend würde das Wasser wegen der fehlenden Sonne nicht so schnell verdunsten und zu einem Großteil in den Boden ziehen.

„Wer Pflanzen in Töpfen oder Kübeln zieht, prüft mit dem Finger, ob die Erde noch nass ist und gießt nach Bedarf“, empfiehlt Reis. Wichtig sei aber auch, dass die Pflanzen nicht permanent im Wasser stehen, da auch ein Gasaustausch über die Wurzel stattfinde.

oowv

Der Oldenburgisch-Ostfriesische Wasserverband (OOWV) ist auf Rekordkurs: 301 153 Kubikmeter Wasser schickten die 15 Wasserwerke des Verbandsgebiets am vergangenen Samstag durch die Leitungen an rund 900 000 Haushalte. Das ist ein neuer Jahres-Spitzenwert und nur knapp unter dem absoluten Rekord vom 2. Juli 2015 (311 000 Kubikmeter). „Unser normaler Tagesschnitt liegt bei 220 000 Kubikmetern“, erklärt OOWV-Pressesprecher Gunnar Meister.

Die Wasserversorgung ist aber gesichert, betont der OOWV-Sprecher. Man sollte jedoch bedenken, dass Trinkwasser ein Lebensmittel ist und sorgsam damit umgehen. Auf unnötiges Rasensprengen mit Leitungswasser sollte verzichtet und das Duschen in den Abend verlegt werden. Ohnehin, so Meister, entspanne sich die Situation nach den ersten Regenfällen schnell wieder. „Und auf die warten wir jetzt alle.“

Wolfgang Alexander Meyer Redakteur / Redaktion Oldenburg/Westerstede
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