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Oldenburg  Kulinarisches kann gefährlich sein, nicht nur für die Linie, sondern sogar für die Karriere. Fußballfans erinnern sich mit Sicherheit noch an den Fluch einer bekannten Nuss-Nougat-Creme: Nachdem sie in den Werbefilmen ab 2006 für den süßen Brotaufstrich ihre Rolle gespielt hatten, ging es für hoch gehandelte Kicker wie Kevin Kuranyi, Benny Lauth oder Andreas Hinkel karrieretechnisch im Eiltempo bergab.

Auch von Oldenburg aus geht ein kulinarischer Fluch um, dessen Auswirkungen für das Land zwar nicht ganz so existenziell sind wie bei dem Drama um die Fußballnationalmannschaft, denn es geht nur um Bundespolitik – aber immerhin. Nach Jahren der Ruhe, in denen er fast vergessen war, müssen wir vermelden: Der Grünkohl-Fluch hat wieder zugeschlagen.

Mit Andrea Nahles’ Rücktritt hat das eigentlich so gesunde Gemüse einmal mehr seine ungesunden Nebenwirkungen für politische Kreise unter Beweis gestellt. 2017 war Nahles kurz vor ihrer Wahl zur SPD-Vorsitzenden mit großem Applaus beim „Defftig Ollnborger Gröönkohl Äten“ in Berlin zur Kohlkönigin ausgerufen worden. Nun ist ihre politische Karriere (vorerst) vorbei.

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Video-Interview vom „Gröönkohl-Äten“ 2017 mit Andrea Nahles

Sie hätte gewarnt sein müssen, der Fluch des Grünkohls ist bekannt. Man denke nur an ihre Vormajestäten: Christian Wulff (Kohlkönig 2005) stolperte später über zahlreiche Vergünstigungen, Frank-Walter Steinmeier (2008) scheiterte als Kanzlerkandidat. In den Folgejahren ging es Schlag auf Schlag mit gefallenen Kohlregenten weiter: Annetta Shavan (2009) und Karl-Theodor zu Guttenberg (2010) hatten offenbar mehr Zeit mit Kohlrezepten verbraucht als mit ihren Doktorarbeiten, Philipp Rösler (2011, die älteren erinnern sich) versenkte die FDP und Günther Oettinger (2012) ist und bleibt Günther Oettinger.

Danach blieb es lange ruhig um des Oldenburgers liebstes Gemüse. Womöglich war die Angst zu groß, die Berliner Politkaste könnte sich aus Gründen des Selbstschutzes dazu genötigt sehen, Grünkohl im Gesetzgebungsverfahren mit Marihuana gleichzusetzen. Das Mitführen der Oldenburger Palme nur im Grammbereich zum Eigenbedarf? Das wäre der Spaß nicht wert gewesen.

Lange sprach man daher nicht mehr über den Grünkohl-Fluch – bis er nun Andrea Nahles traf. Was war der Auslöser? Waren es die Funkenmariechen, die sie bei ihrer Visite in der Hochburg der Karnevalsmuffel angeschleppt hatte. War es das geschwätzige „Moin, moin“, dass sie dem Autor dieser Zeilen zur Begrüßung in Berlin entgegenbrachten (sie kam immerhin selbst drauf, dass man in Oldenburg mit einem „Moin“ bereits mehr als genug gesagt hat)? Man weiß es nicht.

Und das sollte vor allem einen nervös machen: den amtierenden Kohlkönig Robert Habeck. Denn wenn er sich ob der grünen Erfolgswelle bereits im Kanzleramt sieht, sollte er sich gelegentlich nach dem Grünkohl-Fluch umschauen. Vor allem, weil er nach seinem Stotterstart im Amt immer noch nicht verstanden hat, dass es beim „Gröönkohl Äten“ eben nicht, wie er meint, „nur ums Schweinefleisch“ geht.

Patrick Buck über das Scheitern der Kohlkönige


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Patrick Buck stv. Redaktionsleiter / Redaktion Oldenburg
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