Oldenburg Für die Oldenburger Gastronomen werden die Zeiten noch härter. Ab diesem Samstagabend, 18 Uhr, dürfen sie für den Publikumsverkehr nicht mehr öffnen. Erlaubt bleiben lediglich der Verkauf von Speisen und Getränken im Rahmen eines Außerhausverkaufs nach telefonischer oder elektronischer Bestellung und der Lieferdienst. Wer sein Essen am Lokal abholt, darf es nicht innerhalb eines Umkreises von 50 Metern verzehren, so die neue Verfügung der Stadt Oldenburg, die am Freitag veröffentlicht wurde. Bei der Bezahlung soll aus hygienischen Gründen der bargeldlose Verkehr bevorzugt werden, heißt es. Fürs Erste gilt die Regelung, die der Oberbürgermeister unterzeichnet hat, bis zum 18. April.

Wie gehen die Gastronomen in der Stadt damit um?

Ganz unterschiedlich, wie einige Beispiele zeigen. In kürzester Zeit haben die Restaurants „Kleine Burg“ und „Glut & Wasser“ die Liefer-Plattform „oldenburg-bringts.de“ aufgebaut. Dort können die Gäste aus einem der beiden Restaurants ihre Gerichte bestellen – Kleine-Burg-Gerichte wie Steinpilzcremesuppe, gegrilltes Rumpsteak, Steinpilz-Birnen-Risotto, Wiener Schnitzel oder Thai-Curry oder eben die Bowls und Burger aus der Glut & Wasser-Karte, von 11.30 bis 21 Uhr. Alles wird ab sofort im Glut & Wasser zubereitet.

In Kooperation mit Tretlaster-Lastenrad.de werden die Essen mit Lastenrädern oder mit dem Auto im Stadtgebiet ausgefahren, bezahlt wird kontaktlos durch Online-Zahlung. „Damit wollen wir das Überleben unserer Läden sichern und unsere über 30 Mitarbeiter in Beschäftigung halten“, sagt Stephen Willms aus dem Kleine-Burg und Glut & Wasser-Team.

Schon jetzt seit die Reaktion „großartig“, sagt Mitstreiter Bassam Faour. „Wir merken, wie die Oldenburger uns unterstützen. Sie kaufen Gutscheine und ermuntern uns durchzuhalten. So ein toller Zusammenhalt. Wenn die Geschichte vorbei ist und wir alle das mit zwei blauen Augen überstanden haben, laden wir zu einem großen Straßenfest ein. Viele Grüße an alle da draußen, bleibt gesund!“

Über die Plattform peter-bringts.de hat auch die Burgerkette „Peter Pane“ ein Lieferangebot aufgebaut.

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Einen Abhol- und Lieferservice bietet jetzt auch das „Akdeniz“ an der Siebenbürger Straße an. Kleine Läden wie etwa das „Piccadillie“ in Eversten nehmen telefonische Bestellungen an und verkaufen ihre Ware nur noch „Außerhaus“. Andere wie Bar Celona und Woyton schließen ihre Läden hier komplett, kündigte Celona-Macher Irmin Burdekat am Freitag an, „um Mitarbeiter und Kunden keinen Gefahren auszusetzen“. In Essen wird schon seit längerem mit Lieferando kooperiert. Burdekat hofft allerdings auch, dass die Schließung nicht so lange dauert, bis alle möglichen Unternehmen und Lokale komplett ruiniert sind.

Auch die Schmitz Brasserie hat sich am Freitagnachmittag für die nähere Zukunft verabschiedet. Der Betrieb ist mit Hotellerie (Altera) und Restaurant gleich doppelt von der aktuellen Lage betroffen. Michael Schmitz sagte: „Ich würde sagen, dass diejenigen, die schon etwas machen im Lieferbereich – in Ordnung. Für meine Leute sage ich aber: Alle ab nach Hause.“

Karsten Röhr Redakteur / Redaktion Oldenburg
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