Oldenburg 100 Jahre alt ist die Volkshochschule (VHS) Oldenburg im vergangenen Jahr geworden. Und weil Corona-bedingt nicht gefeiert werden konnte, wird am 3. Juni eben „100+1 Jahre“ gefeiert, in kleinerem Rahmen, aber mit Alt-Bundespräsident Joachim Gauck als Festredner.

Und damit noch viele weitere Jahre folgen, soll die Einrichtung jetzt fit für die Zukunft gemacht werden. Dazu will die Stadt als Mehrheitsgesellschafter einsteigen. Das zumindest sieht der Vorschlag vor, den Oberbürgermeister Jürgen Krogmann (SPD) dem Finanzausschuss in der nächsten Sitzung am Mittwoch, 2. Juni, unterbreiten wird. Demnach will die Stadt 75 Prozent der Gesellschaftsanteile übernehmen. Die Beteiligung müsste 75 Prozent und mehr Anteile betragen, damit auch Satzungsänderungen möglich werden, heißt es von Seiten des OB. Die ursprünglich von der VHS angebotene Minderheitenbeteiligung von 25 Prozent wird von Krogmann nach einer Prüfung der Stadtverwaltung abgelehnt: „Dann sitzen wir zwar mit im Boot, können aber nicht mitreden.“

Details noch offen

Mit der Mehrheitsbeteiligung bekomme die Stadt „eine inhaltliche Gestaltungsmöglichkeit und die VHS die notwendige finanzielle Sicherheit“, verweist Krogmann auf Vorteile. Schon bislang gewährt die Stadt der Volkshochschule neben Fördermitteln für Projekte einen institutionellen Zuschuss. Dieser betrug bisher 685 000 Euro pro Jahr. Allerdings hatte VHS-Geschäftsführer Andreas Gögel bereits vor der Corona-Pandemie eine Erhöhung um zunächst zehn Prozent und anschließend jährlich fünf Prozent bis auf 850 000 Euro pro Jahr für notwendig erachtet.

Was das geplante Engagement wirtschaftlich für die Stadt genau bedeutet, dürfte noch Gegenstand der Verhandlung sein: Formal beträgt das Stammkapital der gGmbH 25 000 Euro, allerdings hat der Trägerverein 970 000 Euro Betriebskapital eingebracht. In der Vorlage zur Finanzausschusssitzung heißt es über die finanziellen Auswirkungen nur: „Die genauen Konditionen und Vertragsdetails sind noch zu verhandeln.“ In einem weiteren Schritt müssten auch die Gemeinden Wardenburg und Hatten beteiligt werden, wo die VHS Außenstellen betreibt.

Mitgliederversammlung

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Der Vorstand der Volkshochschule Oldenburg e.V. wird seinen Mitgliedern nach einstimmigem Beschluss vorschlagen, dem Einstieg der Stadt zuzustimmen. Auch der Aufsichtsrat steht nach Worten des Vorsitzenden Franz-Josef Sickelmann hinter den Plänen. „Gerade in Zeiten der Pandemie habe sich gezeigt, dass die finanziellen Risiken für einen Verein nicht zu unterschätzen sind“, sagt er mit Blick auf fehlende Teilnehmergebühren. Die Mitgliederversammlung tagt am 8. Juni und hat die Beteiligung der Stadt auf der Tagesordnung.

Die Volkshochschule Oldenburg ist seit Anfang dieses Jahres eine gemeinnützige GmbH, der Verein Volkshochschule Oldenburg e.V. ist bisher alleiniger Gesellschafter. Niedersachsenweit hatten 2019 elf der 57 Volkshochschulen die Rechtsform eines Vereins, 17 die einer gemeinnützigen GmbH. Ein Großteil waren kommunale Volkshochschulen (23 plus sechs Zweckverbände).

Markus Minten Leitung / Lokalredaktion
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