Oldenburg Fleißig wie die Bienen sind momentan die Wespen. Denn ab Frühjahr, wenn die Temperaturen steigen, kommen die Königinnen aus ihrem Winterquartier, beginnen mit dem Nestbau und legen Eier. Im vergangenen Jahr wurde vielerorts von einem „Wespenjahr“ gesprochen. Erwartet uns das – aufgrund des vorhergesagten Hitzesommers – in diesem Jahr wieder?

Beratung für Bürger bei Problemen

Der Fachdienst Naturschutz und technischer Umweltschutz befindet sich an der Industriestraße 1 h in Oldenburg im 1. Stock (Zimmer 136). Erreichbar ist er unter Telefon   0441/235-2777 und per E-Mail an naturschutz@stadt-oldenburg.de.

Die Untere Naturschutzbehörde Oldenburg bietet kostenlose telefonische und persönliche Beratungen für die Bürger im Bereich der Stadt an.

Zusätzlich zu der Beratung im Umweltamt ist der mobile Info-Stand der Beratungsstelle auch auf den Gartentagen in der Weser-Ems-Halle und beim Straßenfest an der Hauptstraße anzutreffen.

„Selbst wenn der Sommer heiß werden sollte, bedeutet dies nicht zwangsläufig, dass es ein starkes Wespenjahr wird“, gibt Birgit Will vom Umweltamt Oldenburg vorerst Entwarnung. Wichtig sei für ein gutes Jahr aus Wespensicht, dass es im Frühjahr warm und nicht allzu nass sei. Trockene und warme Witterung begünstigen Insektenaktivitäten, erklärt Werner Wichmann vom Umweltamt. Sollte es die nächsten Wochen kälter bleiben und viel regnen, würde das den Aufbau der Nester erschweren und viele Nester würden zerstört. Zu warm kann es Wespen übrigens kaum werden. Im Nestinneren herrschen Temperaturen von bis zu über 30 Grad. Wenn ausreichend Wasser in der Nähe ist, haben die Wespen die Möglichkeit, sich abzukühlen.

Zieht es Wespen mehr aufs Land oder in die Stadt? Unterschlüpfe wie trockene, dunklen Erdhöhlen finden sie an beiden Orten. „Vor 50 Jahren konnte man wahrscheinlich noch sagen, dass auf dem Land mehr Insekten und andere Tiere vorkamen als in der Stadt“, meint Will. Allerdings sei auf dem Land der Strukturreichtum und die Blütenvielfalt, somit auch der Insektenreichtum, weniger geworden. „Deshalb finden in den Städten die staatenbildenden Wespen wahrscheinlich mittlerweile bessere Bedingungen vor“, vermutet die Mitarbeiterin vom Umweltamt.

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Neun Wespenarten sind in der Region Oldenburg beheimatet. Einen Ruf haben wohl die „Gemeine“ und die „Deutsche Wespe“, da diese länger leben als ihre Artgenossen und „lästig werden“. Allerdings nicht von Frühjahr bis Herbst.

„Die Wespenzeit geht meistens von Mitte September bis Ende Oktober“, sagt Will. Denn dann produziert die Königin keine Eier mehr und die Arbeiterinnen müssen sich nicht mehr um die Larven kümmern. Die Folge: Die Insekten rücken dem Menschen auf die Pelle, da sie an Süßes wollen. Denn im Gegensatz zu den Larven, die eiweißhaltige Kost brauchen, ernähren sich Wespen von kohlenhydratreichen Säften.

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Und diese Leckereien stehen oft auf dem Gartentisch. Das altbewährte Rezept, dass Kaffeesatz gegen Wespen helfen soll, ist da ein Trugschluss. „Wundermittel gibt es keine“, meint Will. Ganz im Gegenteil: „Man kann sich eigentlich glücklich schätzen, weil die Wespen uns lästige Fliegen oder Mücken wegfangen.“ Draußen stehende Süßspeisen oder -getränke abzudecken, hilft in jedem Fall.

Fragen rund um Wespen und Co. beantwortet das Umweltamt Oldenburg. Das hatte im vergangenen heißen Sommer viel zu tun. 645 Anrufe, die zu 410 vor-Ort-Beratungen aufgrund von Nestern führten. Im Vergleich gab es 2014 lediglich 100 vor-Ort-Beratungen, was auf den kälteren Frühling zurückzuführen sei, meint Wichmann. In den wenigsten Fällen müssten Nester allerdings nicht beseitigt werden, sagt Werner Wichmann. Das läge auch daran, dass die Tiere unter Artenschutz stehen. Meistens können sich Bürger über die Wespenzeit arrangieren.

Nathalie Langer Volontärin, 2. Ausbildungsjahr / NWZ-Redaktion
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