Oldenburg Honigbienen: toll! Blühstreifen: noch besser! Für den Rest des Ungeziefers gibt es ja die Fliegenklatsche, oder? Dass es so einfach eben nicht ist, zeigte der Bienentag am Dienstag im Landesmuseum Natur und Mensch. Denn nicht nur Biene Maja, sondern auch ihre unzähligen Artverwandten sind wichtig für die Natur.

Fehlende Lobby

Die Honigbiene liegt im Trend. Imker Thomas Rathsack, der einiges an Zubehör und auch einige lebendige Exemplare aus seinen Völkern im Museum dabei hatte, führte daher intensive Gespräche mit Besuchern über sein Hobby (siehe Interview). Für die andere Seite derselben Medaille stand Birgit Will. „Es gibt auch rund 560 Wildbienenarten“, sagte die Expertin, die das Projekt Wildbienenschutz von Stadt Oldenburg und Nabu betreut. Im Gegensatz zum geschätzten Nutztier Honigbiene mit ihrem guten Ruf fehle diesen Insekten aber die Lobby.

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Wichtige Rolle

„Jede Kreatur hat ihren Platz im Ökosystem“, erklärte Will. Fällt ein Teil aus, hat das Folgen, mitunter auch für die Menschen. Denn Wildbienen und Wespen tragen ebenfalls einen großen Teil zur Bestäubung von Pflanzen bei, die für die Nahrungsproduktion unerlässlich ist.

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Mauerbienen, Bauchsammlerbienen, Pelzbienen und andere Arten haben es aber nicht einfach, da Nistplätze rar sind und viele Nahrungspflanzen als Unkraut entfernt werden oder auf gedüngten Böden die falschen Wachstumsbedingungen vorfinden. Ein klein wenig Abhilfe schaffen kann jeder bei sich zu Hause.

Hilfe im Garten

Lesestoff

Weitere Infos liefert die „Bestimmungshilfe Wildbienen & Wespen“ im praktischen Format. Sie gibt es für 4,50 Euro im NWZ-Shop oder in unseren Geschäftsstellen, zum Beispiel in der Peterstraße. Etwas ausführlicher hilft das Buch Bienen und Vögel im Garten. Auf 160 Seiten erklärt es, zwischen welchen Pflanzen sich Bienen und Vögel wohlfühlen und was sie fressen. Anhand von typischen Merkmalen können Sie die Arten leicht bestimmen. Das Buch kostet 4,99 Euro und ist ebenfalls im Shop oder unserer Geschäftsstelle erhältlich.

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„Weniger ist mehr“, rät Will und meint damit vor allem den Drang, Bepflanzungen im Herbst komplett bis zum Boden zurückzuschneiden. Lieber sollte abgestorbene Stängel, zum Beispiel von Brombeeren, ein Stück weit stehen gelassen werden. Denn Insekten nutzen sie zum Nisten. Offene Sandflächen an sonnigen Standorten bieten zudem gute Bedingungen für Bodennister.

Zudem wünscht sich Will mehr „Mut zum Unkraut“. Denn Pflanzen wie Braunwurz oder Ferkelkraut, was Gartenbesitzer oftmals aus ihren Gärten entfernen, sind genau jene einheimischen Nahrungsquellen, die Wildbienen benötigen. Was viele vielleicht nicht wissen: Zahlreiche Zierblüten sind so gezüchtet, dass sie gar keine nahrhaften Pollen und Nektar für Wildbienen enthalten. Das gilt zum Beispiel für die beliebten gelben Forsythien.

Weitere Infos

An diesem Donnerstag lädt das Landesmuseum Natur und Mensch am Damm ein zum Vortrag „Prähistorische Bienenhaltung in Mitteleuropa“. Darüber berichtet die Archäologin und Imkerin Dr. Sonja Guber ab 19 Uhr.

Wie man seinen Garten insektenfreundlicher gestaltet, ist Thema einer zweistündigen Führung durch den Nabu-Naturgarten am Marschweg 145. Das 2000 Quadratmeter große Grundstück gehört der Umweltstiftung Weser-Ems. Angeboten wird die Führung von der Schmetterlings-AG des Nabu. Sie beginnt am Sonntag, 28. April, um 11 Uhr, der Eintritt ist frei.

Patrick Buck Redakteur / Redaktion Oldenburg
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