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Oldenburg Wenn man in der Alexanderstraße unter der Autobahnbrücke steht und zur Seite schaut, kann man ihn sehen, den offenen Spalt zwischen der Trasse und dem Unterbau. Allerdings nicht mehr lange: Am Freitag wird die Lücke geschlossen, dazu wird die Trasse mittels Hydraulikpressen hinabgesenkt.

Zwölf Pressen sind dafür im Einsatz, je vier an den Brückenpfeilern und jeweils zwei an den Widerlagern, auf denen die Enden des Überbaus aufliegen. Dazwischen ruht die Konstruktion auf unzähligen Distanzscheiben, etwa je 15 Kilogramm schweren, mit Beton ausgegossenen Stahlringen, die wie große, sehr schwere Untersetzer aussehen.

“Während sich der Überbau in Schritten von jeweils zwei bis vier Zentimetern absenkt, werden die Scheiben an jeder Seite abwechselnd wieder herausgezogen“, erläutert Bauingenieur Marco Witt das Prinzip. Für das Ingenieurbüro Bröggelhoff übernimmt er die bauliche Überwachung des Brückenbaus. Auf der Baustelle bespricht er sich mit Frank Milles von Thyssen Krupp, der als Projektleiter für die Hydraulik-Maßnahmen vor Ort ist. „Ganz zum Schluss steht der Überbau nur noch auf den Pressen“, erklärt Milles. „Dann werden die Lager an den Enden mit den Widerlagern vergossen und die Pressen können wie Wagenheber unter dem Überbau herausgezogen werden.“ Auf diese Weise müssen die Hydraulikpressen einen Höhenunterschied von fast 90 Zentimetern nivellieren – und bis morgen müssen sie fertig sein.

„Falls es sich noch verzögern sollte, ist das eben so“, sagt Willes. „Ich werde einen Teufel tun, bei so einem Gewerk hektisch zu werden.“ Dazu besteht aber auch kein Grund: Bisher läuft die Absenkung voll nach Zeitplan, bestätigen Milles und Witt übereinstimmend.

Doch warum baut man eine Brücke überhaupt erst höher, um sie dann wieder abzusenken? Um die Durchfahrthöhe während der Bauarbeiten zu erhalten. Sonst hätte wegen der Tiefe der Verschalung der LKW-Verkehr über die gesamte Bauzeit umgeleitet werden müssen.

Während die Hydraulikpressen arbeiten, gehen auf der Oberseite der Brücke die Arbeiten weiter. Dort werden gerade die Pfosten für die Lärmschutzwand aufgestellt.

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