Oldenburg Vielfalt in Unternehmen hilft: Je unterschiedlicher die Lebensläufe, Qualifikationen und Herkunft der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer sind, desto mehr Erfahrungen können auch in das Produkt oder die Dienstleistungen fließen, desto besser kann sich das Unternehmen auf die verschiedenen Kundinnen und Kunden einstellen. Diesen Grundgedanken greift der Begriff „Diversity“ auf – und Diversity leben immer mehr Unternehmen im Oldenburger Land. Das wurde am Dienstagnachmittag bei der EWE in der Alten Fleiwa beim 6. Oldenburger Diversity-Tag deutlich.

Seit der Schaffung der Charta der Vielfalt ist die Zahl der Unterzeichner allein in Oldenburg auf 73 gestiegen – insgesamt liegt die Zahl der Firmen, Organisationen und Vereine in Niedersachsen bei 300.

Diversity und Diversity Management sind zwei Begriffe, die in vielen Unternehmen regelmäßig genutzt werden, aber oft noch der Erklärung bedürfen. „Der Begriff ,Diversity’ im Allgemeinen greift Unterschiedlichkeit und Vielfalt als etwas grundsätzlich Positives auf und erkennt die Individualität aller Menschen an, ob Kunden, Lieferanten, Anteilseigner oder Beschäftigte“, erklärt die Stadt Oldenburg in der Ankündigung des Diversity Days. Und weiter: „In der Praxis gelten folgende Unterscheidungsmerkmale als sogenannte Kerndimensionen eines „Diversity Managements“ und werden am häufigsten aktiv bearbeitet: Geschlecht, ethnische Herkunft & Nationalität, Alter, Behinderung, sexuelle Orientierung und Identität, Religion oder Weltanschauung“.

Selbstverpflichtung für Toleranz

Die Charta der Vielfalt ist eine unabhängige Initiative der Wirtschaft, die bundesweit 2300 Unternehmen und Institutionen unterzeichnet haben (in Niedersachsen 166). Ziel ist es, ein Arbeitsumfeld zu schaffen, das frei von Vorurteilen ist.

Alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sollen Wertschätzung erfahren – unabhängig von Geschlecht, Nationalität, ethnischer Herkunft, Religion oder Weltanschauung, Behinderung, Alter, sexueller Orientierung und Identität. Bundeskanzlerin Angela Merkel ist Schirmherrin.

Die Registrierung ist im Internet möglich (Verwaltungsgebühr 100 Euro). Da die Unterzeichnung eine Selbstverpflichtung ist, erfolgt keine Überprüfung. Erwünscht ist aber eine Beteiligung am Austausch.

Unternehmen aus Oldenburg, die die Charta bislang unterzeichnet haben: https://www.charta-der-vielfalt.de/unterzeichnen-sie/unsere-unterzeichner-innen/

Der jährlich stattfindende Diversity-Tag soll die Überzeugung, „dass die Vielfalt der Mitarbeiter gewinnbringend für die Ziele des Arbeitgebers genutzt werden kann“ stärker im Bewusstsein der Unternehmen verankern. Zudem sollen weitere Unterzeichner für die Charta der Vielfalt gewonnen werden (siehe Infobox).

Sieben Oldenburger Unternehmen haben am Dienstag den offiziellen Festakt genutzt, um ihre Unterschrift auf die Charta zu setzen. „Ich freue mich, dass Oldenburg in Niedersachsen soweit vorne ist“, so der Oldenburger Oberbürgermeister Jürgen Krogmann in der alten Fleiwa. Die Neuzeichner sind: Brille24, DRK Landesverband Oldenburg, Gebäudesicherheit Nord GSN, Jugend und Beruf GmbH, die Landessparkasse zu Oldenburg sowie die Firmen Waydo, Weltenretter und dzo.

„Unsere Mitarbeiter sind unser wertvollstes Kapital“, sagte Jürgen Rauber vom Vorstand der Landessparkasse zu Oldenburg bei der Unterzeichnung. Gerade in Zeiten des Wandels, in denen sich auch die LzO befinde, sei Kreativität besonders wichtig. „Und Vielfalt ist der Motor der Kreativität“, so Rauber.

Die Unterzeichnerinnen und Unterzeichner sowie Vertreter von Stadt und EWE (Bild: Claus Hock)

Moderiert wurde die Veranstaltung von Kai Bölle, der vielen unter anderem als einer der Organisatoren des Christopher Street Days in Oldenburg bekannt ist. „Vielfalt braucht Mut“, betonte Bölle mehrfach das Motto des diesjährigen Oldenburger Diversity-Tages. Mut, den die Unterzeichner bewiesen, denn es sei durchaus „harte Arbeit“, das Thema Vielfältigkeit in Unternehmen anzugehen. Dies betonte unter anderem Stefan Dohler, der seit vergangenem Jahr Vorstandsvorsitzender der EWE AG ist. Die EWE selbst trat ebenfalls im vergangenen Jahr der Charta bei und fungierte am Dienstag als Gastgeber der Veranstaltung. Aber, so Marion Rövekamp vom EWE-Vorstand, Diversity Management führe auch zu „vielen Überraschungen im eigenen Unternehmen“.

Claus Arne Hock Redakteur / Online-Redaktion
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