Ohmstede /Etzhorn Mehr Mais oder lieber etwas wilde Natur am Feldrand? Gepflegter Rasen im Garten oder doch besser eine blühende Wiese? Für die jeweils zweite Möglichkeit haben sich im Stadtnorden seit dem vergangenen Jahr noch mehr Menschen entschieden, als es zuvor der Fall war. Die Anregung dazu gab der Hegering Oldenburg-Nord. Jäger und  Landwirte hatten bereits vor vier Jahren damit begonnen, sich am „Blühstreifenprogramm“ zu beteiligen, das vom Niedersächsischen Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz gefördert wird. Im März 2018 hatte der Hegering dann noch einmal mit Hilfe der NWZ nach weiteren Blühpaten gesucht. Der Aufruf hat gefruchtet.

„Es meldeten sich fünf interessierte Oldenburger, die Teile ihres Grundstücks zur Verfügung stellen wollten, um dort etwas für die Insekten zu tun“, berichtet Hegeringleiter Christian Brummer. Er und sein Stellvertreter, Henning Meyer Helms, prüften dann bei Terminen vor Ort, ob sich auf den Flächen Blühstreifen realisieren lassen können. Laut Brummer ging es im Mai 2018 tatkräftig ans Werk und vier Blühflächen wurden im Stadtnorden eingesät. Dabei halfen Mitglieder des Hegerings mit. Maschinelle Unterstützung per Trecker mit Fräse kam von Hajo Urke.

„Aufgrund der Trockenheit musste leider mit keinem guten Ergebnis gerechnet werden“, erinnert sich Christian Brummer. Aber dann: „Die Blühmischung trotzte der Trockenheit und sie erstrahlte in voller Pracht. Das lag mit Sicherheit auch an dem Engagement der Grundstückseigentümer, die für die Bewässerung sorgten.“

Und wie sieht es in diesem Jahr aus? „Erfreulicherweise sagten auch alle ihr Mitwirken für 2019 zu. Und nicht nur das: Neue Blühpaten kamen hinzu“, berichtet Christian Brummer. Er selber war einer der ersten privaten „Blühstreifenpaten“. So kann der Hegering nun auf zehn Blühpaten zurückgreifen. Von ihnen wurden den Angaben zufolge auf insgesamt rund 10 000 Quadratmetern nicht nur einjährige Blühflächen sondern auch mehrjährige Wildschutzmischungen angelegt. Das Geld dafür stammt von der Regionalstiftung Oldenburg-Ammerland der Raiffeisenbank.

Darüber hinaus betreibt der Hegering Oldenburg- Nord der Jägerschaft der Stadt ein Blühstreifenprogramm mit den ortsansässigen Landwirten. Das heißt, die Landwirte stellen drei bis sechs Meter breite Streifen an ihren Maisfeldern zur Verfügung, die dann vom Hegering mit Blühmischungen eingesät werden. Christian Brummer: „Auch hier kommen circa 10 000 Quadratmeter zusammen.“ Komplett sind es nun also rund 20 000 m² Blüh-und Schutzmischungen für Insekten, Wildtiere und Gartenvögel, die vom Hegering eingesät werden.

Denn nicht nur für Biene und Co. sind diese „wilden“ Streifen am Rande von Monokulturen gedacht. Auch Hasen, Fasane und sogar Rehe suchen diese vegetativ durchmischten Zonen auf, um dort Nahrung und Deckung zu finden. In Klein-Bornhorst auf dem Areal zwischen dem sogenannten Bunker und dem Autobahnkreuz Ohmstede haben Mitglieder des Hegerings im Jahr 2015 einen Blühstreifen angelegt. Je nach Standort werden die Saatmischungen gemixt. Es mus ja nicht nur die mit Namen „Bienenweide“ oder die „Hasenapotheke“ sein. Die Geschmäcker sind verschieden – auch die von Insekten, Vögeln, Kleinsäuger und der wählerischen Tiere wie Hase und Reh.

Hegeringleiter Christian Brummer jedenfalls wünscht sich, dass die Zahl der Blühstreifen noch weiter ausgebaut werden kann. „Denn jeder Quadratmeter ist wichtig, um die Artenvielfalt zu erhalten.“ Wer Flächen im Stadtnorden (Etzhorn, Ohmstede, Nadorst, Donnerschwee, Ofenerdiek, Bornhorst) für Blühstreifen und damit für den Naturschutz bereitstellen möchte, kann den Hegering gerne kontaktieren. Das können sowohl Besitzer landwirtschaftlicher als auch privater Flächen sein, die für eine Aussaat in Frage kommen; Kontakt: Henning Meyer-Helms (Telefon   0151/598 391 74), Christian Brummer (Telefon   0173/475 73 98).

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Susanne Gloger Redakteurin / Redaktion Oldenburg
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