Ofenerdiek Und plötzlich ging alles ganz schnell, viel schneller noch als erwartet: Binnen fünf Tagen – und das schon eine Woche vor dem berechneten Schlüpftermin – sind alle „Turmfälkchen“ auf der Thomas-Kirche geschlüpft. „Bilderbuchmäßig!“, jubiliert da Küster Andreas Scheinert, der sich gemeinsam mit seiner Tochter Michelle um das Wohlergehen der Vögel sorgt. Tatsächlich darum bemühen können und dürfen sie sich aber nicht: „Ne, das muss die Natur schon selbst regeln.“

Schlag auf Schlag ging’s in den vergangenen Tagen auf 20 Metern Höhe. Das nach Jahren erste Turmfalken-Paar hatte es sich Ende März im neuen und von den Scheinerts alljährlich hübsch renovierten Nest – einer kleinen Kiste aus Holz und Plexiglas –bequem gemacht. Knapp einen Monat später kamen die ersten Eier zum Vorschein, gleich sechs an der Zahl. Dass diese dann auch noch allesamt junge, gesunde Küken hervorbringen würden, war so nicht zu erwarten. Doch nachdem am 21. Mai die ersten beiden Jungvögel vor der Kamera auftauchten, tags drauf das dritte, am 23. und 24. Mai schließlich die nächsten beiden, verfolgten nicht nur die Scheinerts gebannt das große Finale.

Tausende Abrufe zeigten die Besucherzähler an, darunter auch Zuschauer aus Ägypten und Florida, wie der Küster sagt. „In ihrem Urlaub wollten die Oldenburger wohl wissen, wie es weitergeht“, so Scheinert, „das ist doch einfach eine Freude“.

Am 26. Mai bequemte sich auch das sechste und letzte Küken aus seinem Ei – ist aber bis heute wie die Geschwister putzmunter. Dass ihnen jetzt noch etwas geschehen mag, glaubt Falkenpapa Scheinert nicht: Die Elterntiere kümmern sich überaus liebevoll, schützen und füttern ihren Nachwuchs ausgiebig mit Mäusen aus der Umgebung.

Bis sie fliegen und das Nest verlassen, das Jagen lernen können, wird es noch gut vier Wochen dauern. Danach geht es raus in die Freiheit, in die hohen Bäume oder zwischen die Lamellen des Kirchturms. Das mögen die Hobby-Falkner jetzt schon bedauern: „So ein Bilderbuchpärchen haben wir hier noch nie gehabt“, heißt’s aus Ofenerdiek.

Während Tochter Michelle nahezu täglich den vielen Fans in Sozialen Medien neue Fotos und Videos zur Verfügung stellt, klappt sie sonntags nach dem Gottesdienst im Kirchencafé ihr Laptop auf, um den Besuchern dort Live-Einblicke ins Nest zu ermöglichen. Das kommt bestens an. Und ist sicher auch eine gute Werbemaßnahme. Schließlich wollen sie hier ab 2020 eine neue (Nachtsicht-) Nestkamera und bessere Internetverbindung realisieren; dafür wird aber auch jeder Spendeneuro benötigt ...


Innenkamera des Falkennests:   bit.ly/30zcrah 
  bit.ly/2mmg0xl 
Marc Geschonke Redakteur / Redaktion Oldenburg
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