Oldenburg Bei vielen Oldenburgern, die zur Miete wohnen, flattern in diesen Tagen die Nebenkostenabrechnungen in die Briefkästen. Verlangt der Vermieter eine unerwartete Nachzahlung, treibt dies den Blutdruck der Mieter nach oben. Das meiste Geld wird für Warmwasser und Heizung gefordert.

Viele wenden sich an den Mieterverein, um die Abrechnung überprüfen zu lassen. Rund ein Drittel aller Anfragen drehen sich um Nebenkosten – etwa 800 pro Jahr, schätzt Wolfgang Hadrich, der Vorsitzende des Vereins.

„Viele Abrechnungen sind ungenau“, sagt Hadrich. Lebt eine Familie zu dritt auf 60 Quadratmetern, in der Nachbarwohnung wohnen aber acht Personen auf 100 Quadratmetern, so ist eine Aufschlüsselung der Wasserkosten nach Wohnfläche ungünstig für die dreiköpfige Familie, gibt Hadrich ein Beispiel. Dagegen kann die Familie protestieren und eine angemessenere Rechnung fordern.

Bei Beschwerden prüft der Verein, dem etwa 4500 Oldenburger angehören, ob die Abrechnung korrekt ist. Ist sie es nicht, kann der Mieter die falsch abgerechneten Nebenkosten bis zur Klärung einbehalten. „Meistens rechnet der Vermieter noch mal nach und kommt auf das richtige Ergebnis“, weiß Hadrich. Etwa drei bis fünf Prozent der Fälle landen aber vor Gericht, schätzt Hadrich, eine genaue Statistik führt der Verein aber nicht.

Die Nebenkosten beschäftigen auch Jan-Dieter Hickstein. Er ist Geschäftsführer von Haus und Grund und berät Vermieter. In den letzten Jahren seien die Vermieter sehr vorsichtig geworden: „Die Heizkosten sind ja förmlich explodiert in den letzten Jahren – da schauen die Mieter besonders kritisch auf Nachforderungen“, weiß der Rechtsanwalt.

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Immer mehr Mitglieder von Haus und Grund – insgesamt rund 3500 Immobilienbesitzer – lassen deshalb die Nebenkosten gänzlich vom Verein berechnen. „Sie wollen auf Nummer sicher gehen“, weiß Hickstein. Ein weiterer Grund sei, dass die Rechtsprechung und die Gesetzeslage in den vergangenen Jahren komplizierter geworden ist.

Weniger häufig zu Streitigkeiten führen Rechnungspunkte, die zu den Betriebskosten gehören. „Im Grunde genommen kann der Vermieter laufende Kosten, nicht aber Reparaturen auf die Abrechnung setzen“, sagt Hickstein. Dazu zählen öffentliche Lasten wie Grundsteuer, Straßen- und Bürgersteigreinigung und die Oberflächenentwässerung. Zudem können Vermieter die Wartung der Heizanlage, die Kontrollen des Schornsteinfegers, die Instandhaltungsarbeiten des Hausmeisters und Gartenarbeiten abrechnen. Auch Wasser, Abwasser und Müllentsorgung kommen auf die Rechnung.

Maximilian Müller Volontär / NWZ-Redaktion
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