Oldenburg „Die Zahl der Menschen, die nach Deutschland kommen, muss in den nächsten Monaten spürbar verringert werden.“ Diese Forderung stellte der EU-Politiker und ehemalige Ministerpräsident David McAllister (CDU) in einer launigen, aber auch ernsthaften Festrede beim Neujahrsempfang der Vierol AG am Mittwoch vor 275 geladenen Gästen. Im Innenverhältnis sei ein „grenzenloses Europa ein großer Gewinn“. Das funktioniere dann, wenn „die Außengrenzen schnell und effektiv gesichert werden“. Hier hapere es gewaltig.

Bei der Verteilung der Flüchtlinge sei „die deutsche Haltung in den EU-Ländern nicht mehrheitsfähig“, bedauerte und kritisierte McAllister. Das Problem bringe die EU in eine „schwierige Lage“.

Überleitend und humorvoll gesagt: „Die EU hatte 2015 ein nicht ganz so erfolgreiches Jahr wie die Vierol AG.“

Erfolgreiche Bilanz

Denn die Oldenburger haben derzeit viel Positives zu berichten. Der Wechsel in der Führung des Autoteile-Spezialisten wurde einvernehmlich geregelt. Erstmals begrüßte Mirja Viertelhaus-Koschig (44) als neue Vorstandsvorsitzende die Gäste in der Unternehmenszentrale in der Karlstraße. Für die begleitende Unterstützung bei der erfolgreichen Gestaltung des Wechsels dankte sie ausdrücklich dem Ehrenvorsitzenden des Aufsichtsrats, Horst-Günter Lucke.

Ihr Vater, Jürgen R. Viertelhaus (73), der Vierol vor 39 Jahren gründete und zum heutigen Erfolg führte, hat seine Anteile an seine Kinder Mirja und John-Hendrik übertragen. Er leitet jetzt den Aufsichtsrat (die NWZ  berichtete).

Mirja Viertelhaus-Koschig bildet den Vorstand mit ihrem Mann Ulf Koschig (48) und mit Jürgen K. Kiese (61). Sie verbindet eine langjährige gemeinsame Arbeit. Die 44-Jährige, der ein entscheidender Anteil an der Auszeichnung mit dem „Olly 2015“, dem Preis der Stadt für familienfreundliche Unternehmen, zugeschrieben wird, sagte: „Wir sind ein gutes Beispiel dafür, dass gemischte Teams erfolgreicher sind.“ Seit 2008 habe das Unternehmen, das Geschäftsbeziehungen in 125 Länder hat, seinen Umsatz jedes Jahr gesteigert und das Jahr 2015 mit einem Umsatzplus von 30 Prozent (auf 50 Millionen Euro in der Gruppe) und einer Ertragssteigerung um 20 Prozent abgeschlossen.

„Mittelständische, familiengeführte Unternehmen wie die Vierol AG sind die Ursache dafür, dass sich unsere Region so gut entwickelt“, sagte IHK-Präsident Gert Stuke. Der Erfolg von Vierol liege „im hohen Elan, in der Hartnäckigkeit, in hervorragenden Ideen, erstklassigem Service, starkem Familienzusammenhalt und besonderen Mitarbeitern“, sagte Stuke.

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Dank an Familie

Oberbürgermeister Jürgen Krogmann griff die Nachfolgeregelung auf: „Etwas, das vielen Unternehmen Sorgen macht, wurde hier mustergültig gelöst.“ Jürgen R. Viertelhaus dankte seiner Frau Gerda, den Kindern und den Mitarbeitern. Er attestierte Jürgen Krogmann, dass er – wenn auch als SPD-Mann politisch anders orientiert als er selbst mit seiner CDU-Nähe – „als OB eine hervorragende Arbeit macht“. Und er blickte wertschätzend auf sein Land: „Ich bin 1942 in der übelsten Kriegszeit geboren. Meine Familie hat alles verloren. Ich bin dankbar, dass ich heute in Deutschland, diesem Rechtsstaat mit seiner sozialen Marktwirtschaft, leben darf. Deshalb melde ich mich auch manchmal in der Politik zu Wort. Denn wenn ich vieles aufzugeben bereit bin, das gebe ich nicht auf.“

Karsten Röhr Redakteur / Redaktion Oldenburg
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