Oldenburg Die Weser-Ems-Halle benötigt in den nächsten Jahren deutlich mehr Geld als erwartet. Nachdem die Stadt bereits im vergangenen Jahr mit einer kurzfristigen Finanzspritze von fast einer Million Euro einspringen musste, ist auch das Defizit für 2017 1,4 Millionen Euro höher als in der Planung vorgesehen.

Nach Aussage von Hallen-Geschäftsführer Dieter Meier war auch 2013 bis 2015 der Fehlbetrag deutlich höher als geplant. Die fehlenden Mittel seien durch Entnahme von Eigenkapital aufgebracht worden. „Das Eigenkapital hat 2016 erstmals nicht mehr ausgereicht, die Lücke zu füllen.“

Nach Aussage der Stadt legte der Beschluss 2011 über Hallen-Neubau und -Modernisierung („Projekt 2014“) den jährlichen Zuschuss auf 3,27 Millionen Euro fest. In den ersten Jahren sollte Eigenkapital zur Finanzierung genutzt werden. Für 2017 sei erstmals eine Überdeckung kalkuliert gewesen. Ab dann sollte Eigenkapital wieder schrittweise aufgebaut werden. Doch diese Rechnung geht nicht auf.

Nach Aussage von Meier sind die Erlöse nach Abschluss der Baumaßnahmen nicht in dem Maß gestiegen, wie damals geplant. Deshalb liege der Fehlbedarf – wie bereits 2014, 2015 und 2016 – erneut bei 4,6 Millionen Euro.

Aus Sicht der Stadt muss die Messegesellschaft das Defizit in den nächsten Jahren senken. Die Geschäftsführung sei nun „gefordert“. Für Hallen-Chef Meier eine schwierige Aufgabe. Die Hallen seien mit jährlich rund 300 Veranstaltungen sehr gut ausgelastet. Die Personalkosten seien im Vergleich zu früheren Jahren bereits gesunken. Zudem sehen Meier und der Kaufmännische Leiter Herwig Schwantje hohen Instandhaltungs- und Sanierungsstau – unter anderem bei den bald 25 Jahre alten Kongresssälen. Derzeit werde geprüft, durch Optimierung von Prozessen Kosten zu sparen. Meier deutet an, die Gesellschaft erwäge zudem den Einstieg in neue Geschäftsfelder. Insgesamt sei die Weser-Ems-Halle nicht nur für Oldenburgeine Attraktion, sondern für die gesamte Region, meint der Hallenchef. „Für das Geld gibt es einen sehr guten Gegenwert.“

Anfang 2016 hatte Meier den langjährigen Vorgänger Jan-Axel Wartemann abgelöst. Mitte 2016 war bekannt geworden, dass die Messe von Insolvenz bedroht ist. Zur Prüfung der Bilanzen hatte die Stadt daraufhin ein Sondergutachten in Auftrag gegeben.

Christoph Kiefer Redaktionsleitung / Redaktion Oldenburg
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