Oldenburg Kira schaut Besucher mit ihren tiefdunkeln Augen an. Sprechen kann sie nicht, jedenfalls nicht die Sprache der Menschen. Aber ihr Blick sagt ganz eindeutig: „Bitte, kraule mich!“ Widerstand ist zwecklos.

„Wenn sie jemanden nicht mag, dann merkt man das auch“, sagt Florian Kruel. Das kommt allerdings selten vor. Ohnehin gehört die Mischung aus Berner Sennenhund und Golden Retriever zu den genügsamen Zeitgenossen unter den Vierbeinern. Damit ist die Hündin ein idealer Begleiter, sogar fürs Büro beim Bauunternehmen Kruel.

Diesen Donnerstag hat der Deutsche Tierschutzbund den bundesweiten Aktionstag „Kollege Hund“ ausgerufen. Bereits zum zehnten Mal will der Verband zeigen, dass Hund und Berufsalltag unter gewissen Voraussetzungen zusammenpassen.

Dafür müssen natürlich die Unternehmen mitspielen und Tiere im Büro erlauben. Im Gegenzug würden auch sie profitieren, so der Tierschutzbund. „Hunde am Arbeitsplatz heben die allgemeine Stimmung im Team und fördern die Kommunikation unter den Kollegen“, heißt es in einer Stellungnahme. Die Anwesenheit der Tiere helfe zudem beim Stressabbau der Mitarbeiter.

Das bestätigt Luisa Skelnik. Sie arbeitet als Assistentin der Geschäftsführung für die Bäckerei Janssen in Edewecht, die auch mehrer Filialen in Oldenburg betreibt. „Er strahlt Ruhe aus“, sagt sie über ihren 13 Jahre alten Weimaraner Arico. Vier bis fünf Mitarbeiter seien meist im Büro. „Und wenn es jemandem zu viel wird, geht er erst einmal den Hund streicheln.“

Für ihre Chefin Anne Cordes sei der vierbeinige Kollege überhaupt kein Problem. Vielmehr sei die „Zusammenarbeit“ sogar ihre Idee gewesen. Denn als Skelnik davon berichtete, dass sie Arico gern aus schwierigen Verhältnissen aufnehmen würde, dies aber schlecht mit der Arbeit vereinbaren könne, schlug die Geschäftsführerin vor, den Hund einfach mit ins Büro zu bringen.

Auch das ist ein Hintergrund des Aktionstages. „Ein Umdenken – speziell bei den Unternehmen – ist natürlich auch eine große Chance für die vielen Hunde im Tierheim“, sagt Thomas Schröder, Präsident des Deutschen Tierschutzbundes.

Eddi geht auch zur Arbeit, aber nur in Teilzeit. Der Tigerdackel mit den verschiedenfarbigen Augen ist quasi der gemeinsame Familienhund von Mareike Martens, ihrer Mutter und ihrer Großmutter. Hat sie den Hund bei sich zu Hause, begleitet er die Disponentin natürlich auch ins Büro.

„Er hat seinen eigenen Platz in einem Körbchen mit selbst genähter Decke“, sagt Martens. Und in der Mittagspause geht sie mit Eddi Gassi und ist dankbar über den Impuls, sich ein wenig bewegen zu müssen. Nun hofft sie, dass auch die neue Kollegin, mit der sie bald das Büro teilt, nichts gegen den haarigen Kollegen hat. „Denn ich fühle mich sehr wohl, wenn Eddi dabei ist.“

Beim Bauunternehmen Kruel ist der Hund im Büro gar nicht wegzudenken. Hier gehören ohnehin alle zur Familie. Junior-Chef Florian Kruel teilt sich die Arbeit mit seinen Eltern. Hündin Kira ist immer dabei. „Und wer gerade etwas Luft hat, dreht mit ihr eine Runde“, erzählt er.

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Derzeit ist sogar ein zweiter Vierbeiner zu Gast. Der kleine Snoopy ist in Urlaubspflege und kommt ebenfalls mit ins Büro. Für Kruel eine Selbstverständlichkeit. „Sie den ganzen Tag alleine zu Hause zu lassen, ist keine Option.“ Tipps für Tierhalter:Ein Büro mit wenig Publikumsverkehr eignet sich am ehesten für die Mitnahme eines Hundes – hier kann das Tier auch zur Ruhe kommen. Im Zweifel muss individuell entschieden werden, ob eine „Zusammenarbeit“ Sinn macht. Die Arbeitssituation darf nie auf Kosten des Tieres gehen. Der Hund braucht Rückzugsmöglichkeiten und einen Platz mit seiner Decke, seinem Napf und seinem Spielzeug. Damit der Hund nicht nur ruhig auf seinem Platz liegen muss, sollten die Pausen dem Tier gewidmet werden.


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Patrick Buck stv. Redaktionsleiter / Redaktion Oldenburg
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