Oldenburg Nach Plänen der Großen Koalition soll künftig der die Provision eines Immobilienmaklers bezahlen, der dessen Einsatz bestellt hat. Heute ist es durchaus üblich, dass Vermieter den Makler beauftragen, die Kosten aber vom neuen Mieter bezahlt werden. Die NWZ  fragte bei Maklerbüros der Stadt nach, wie sich das auswirken kann.

„Ich kann mich gut damit anfreunden“, sagt Andree Meyerdierks, Geschäftsführer von Meyerdierks Immobilien. „Ich hoffe sogar, dass sich dadurch auch das Image der Makler verbessert. Denn der Mieter bekommt von der vielen Arbeit der Makler eher wenig mit“, sagt er.

Mehr Umzüge in Zukunft

Da der Markt in Oldenburg im Vergleich zu den Metropolen entspannt sei, befürchtet er keine negativen Auswirkungen. „Aber ich kann mir vorstellen, dass es nun zu einer höheren Fluktuation bei den Mietwohnungen kommt, weil es nicht mehr so teuer ist, eine neue Wohnung anzumieten“, sagt Meyerdierks.

„So ist es fairer“, pflichtet ihm Cord Grasse bei, geschäftsführender Gesellschafter der Maklerfirma Wübbenhorst. Er sieht seine Firma nicht davon betroffen. Er macht sich allerdings Sorgen, um kleinere und jüngere Unternehmen der Branche, die auf die Vermittlung zwischen Vermietern und Mietern angewiesen seien.

Um diese macht sich auch Volker Neumann, Geschäftsleiter von Hillje & Stolle Sorgen. Andererseits findet er: „Wer die Musik bestellt, sollte auch bezahlen.“ Außerdem verweist er darauf, dass es in der Oldenburger Region seit 200 Jahren üblich sei, dass der Mieter den Makler zahle. Andererseits habe es in Oldenburg im Zeitraum von 1997 bis 2004 viele leerstehende Wohnungen gegeben. Folge: Damals übernahmen Vermieter die Provision, damit sie ihre Wohnung an den Mann bringen konnten.

„Ich sehe keine Notwendigkeit für die Gesetzesänderung“, sagt Dirk Hobbie, Geschäftsführer des Immobilienbüros „Die Objektiven“ und Initiator der Immobilienbörse, eines Zusammenschlusses mehrer Makler.

Prinzipiell nicht schlecht

Die Idee sei prinzipiell nicht schlecht, doch glaube er, dass der Markt die Provisionsfrage am besten selbst regele. Außerdem bemängelt er, dass die Versäumnisse im sozialen Wohnungsbau nun auf dem Rücken der Makler ausgetragen würden.

Einwilligung und Werberichtlinie

Ja, ich möchte den NWZ-Wirtschafts-Newsletter erhalten. Meine E-Mailadresse wird ausschließlich für den Versand des Newsletters verwendet. Ich kann diese Einwilligung jederzeit widerrufen, indem ich mich vom Newsletter abmelde (Hinweise zur Abmeldung sind in jeder E-Mail enthalten). Nähere Informationen zur Verarbeitung meiner Daten finde ich in der Datenschutzerklärung, die ich zur Kenntnis genommen habe.

Dass es besser sei, die Angelegenheit dem Markt zu überlassen, glaubt auch Jan-Dieter Hickstein, Geschäftsführer des Haus- und Grundeigentümer-Vereins Oldenburg (Haus & Grund). Der Staat müsse da nicht eingreifen, findet er. „Unsere Mitglieder fragen eher danach, was die Mietpreisbremse für sie bedeutet“, berichtet er. Hickstein befürchtet, dass dieses zweite Gesetzesvorhaben der Bundesregierung mögliche Investoren davon abhält, Wohnraum zu schaffen.

Eine ähnliche Sorge hegt auch Birgit Schütte, Abteilungsleiterin Vermietung/Instandhaltung bei der GSG. „Das kann eher kontraproduktiv sein“, sagt sie.

NWZ-Immo.de
Mieten oder kaufen, Wohnung oder Haus, Gewerbe oder Grundstück?

Maximilian Müller Volontär / NWZ-Redaktion
Meine Themen: Verpassen Sie keine für Sie wichtige Meldung mehr!

So erstellen Sie sich Ihre persönliche Nachrichtenseite:

  1. Registrieren Sie sich auf NWZonline bzw. melden Sie sich an, wenn Sie schon einen Zugang haben.
  2. Unter jedem Artikel finden Sie ausgewählte Themen, denen Sie folgen können.
  3. Per Klick aktivieren Sie ein Thema, die Auswahl färbt sich blau. Sie können es jederzeit auch wieder per Klick deaktivieren.
  4. Nun finden Sie auf Ihrer persönlichen Übersichtsseite alle passenden Artikel zu Ihrer Auswahl.

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.