Oldenburg Der Schiffsumschlag im Oldenburger Hafen ist im ersten Halbjahr 2015 gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 20 Prozent gesunken (NWZ  berichtete) – dafür aber gibt es manche schlüssige Erklärung, berichtete Gerd Bischoff, Leiter des Eigenbetriebs Hafen, am Mittwochabend im Betriebsausschuss. Er führte unter anderem den günstigen Dieselpreis als Grund an. „Für das Futtermittelwerk von Agravis ist es derzeit günstiger, sich Getreide vom Braker Hafen per Lastwagen liefern zu lassen, als Seeschiffe bis Oldenburg zu bestellen“, berichtete er.

Dabei war das Minus bei der Gütergruppe Getreide, pflanzliche Rohstoffe, Nahrungs- und Futtermittel mit 0,8 Prozent noch am geringsten. Die „Lastwagen-Erklärung“ griff am stärksten bei Sekundärrohstoffen (unter anderem Schrott, der vom Recycling-Unternehmen Springer und Sohn verschifft wird). Hier sank der Umschlag um 23 Prozent – vor allem durch Verlagerung auf Lastwagen-Transporte, so Bischoff.

Das größte Minus indes ergab sich allerdings beim Umschlag mit Baustoffen, der traditionell den größten Anteil im Oldenburger Hafen hat und vor allem über die Unternehmensgruppe Rhein-Umschlag abgewickelt wird. Die Menge sank um 31,7 Prozent. Bischoff führte dies auf einen Sondereffekt zurück: Im ersten Halbjahr 2014 gab es ein Bauprojekt in der Region, das allein für einen Baustoffumschlag von 60 000 Tonnen im Oldenburger Hafen sorgte. Nach NWZ -Informationen handelte es sich um das Edeka-Logistikzentrum in Wiefelstede, für das in Riesenmengen Schotter aus Schottland für Tragschichten eingeführt wurde.

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Weitere Minus-Ausschläge für den Oldenburger Hafen sind laut Bischoff auf zeitweilig schlechte Erreichbarkeit zurückzuführen. So sei die Hunte mehrfach für den Schiffsverkehr gesperrt worden – für den Einbau der neuen Klappbrücke am Unterlauf zwischen Elsfleth und Berne sowie für den Austausch der Stromkabel über dem Osthafen. Gegebenenfalls werde sich die angekündigte Reparatur der Schleuse zum Küstenkanal im zweiten Halbjahr nochmals negativ auswirken.

Dennoch erwarten die Umschlagsbetriebe für das zweite Halbjahr eine Stabilisierung des Umschlages. Durch eine gute Entwicklung im zweiten Halbjahr könnte ein Teil des Minderumschlages aus dem ersten Halbjahr ausgeglichen werden, meint Bischoff.

Die traditionell in den Hafenumschlag einfließende Menge der im Hafen ankommenden und abgehenden Bahntransporte ist im ersten Halbjahr eingebrochen. Sie ging um 74,4 Prozent auf nur 6383 Tonnen zurück. Eine mögliche Erklärung ist laut Bischoff auch hier der momentan weitaus günstigere Transportpreis via Lastwagen. Zurzeit sei aber ein neuer Bahnumschlagspunkt geplant.

Thorsten Kuchta stv. Redaktionsleitung / Redaktion Oldenburg
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