Krusenbusch Der Toberaum sollte eigentlich schon längst fertig sein. Wenn man wütend oder traurig ist, dann kann es einem helfen, sich mal so richtig auszutoben. Das weiß man im Verein Trauerland, der Kinder begleitet, die einen nahestehenden Menschen verloren haben, nur zu gut. In dessen Domizil am Beetweg 36a sollte deshalb extra ein Toberaum mit gedämmten Wänden ausgestattet werden. „Hat sich verzögert“, sagt Winfried Richert, Ehrenamtlicher von Trauerland. „Zum Glück“, fügt er hinzu.

Denn, wie berichtet, muss der Verein das Einfamilienhaus, das er seit zwei Jahren nutzt, wieder verlassen. Beim Tag der offenen Tür, der hier am Donnerstag stattfand, war die Stimmung gedrückt. Dennoch, gute Laune brachte Profi-Basketballspieler Rickey Paulding von den EWE Baskets ins Haus. Der Trauerland-Botschafter wurde von den jüngeren Gästen gleich als Tischkicker-Partner in Beschlag genommen. Derweil war unter den anderen Gästen die plötzliche Kündigung des Mietvertrages das Thema Nummer Eins. Ehrenamtliche zeigten sich fassungslos, Stadtteilbewohner waren traurig.

Was ist der Grund für die Kündigung?

„Wissen wir nicht“, sagt Winfried Richert – und Silke Boos, hauptamtliche Mitarbeiterin des Vereins nickt. Ein Grund sei im Kündigungsschreiben des privaten Eigentümers nicht angegeben worden. „Die Kündigung ist rechtens, aber nicht nachvollziehbar“, hatte bereits Simin Zarbafi-Blömer, geschäftsführender Vorstand des Vereins, als erste Reaktion gesagt.

Was ist jetzt die größte Sorge ?

„Wir müssen die Kontinuität beibehalten“, betont Silke Boos. Eine große Sorge sei, dass es nicht nahtlos mit der Arbeit weitergehen kann. „Wir versuchen einfach, das Beste draus zu machen.“ Zurzeit werden in dem Oldenburger Haus 25 Kinder in drei Gruppen betreut. Falls man kein neues Domizil finde, müssten die Hilfesuchenden nach Bremen fahren, Dort hat der Verein seinen Hauptsitz.

Was sollte die neue Bleibe bieten ?

„Eventuell sollte sie etwas zentraler gelegen sein“, so Silke Boos. Weitere Eckdaten: vier bis fünf Räume, möglichst Erd- oder Obergeschoss, mit einer Fläche von etwa 100 bis 120 Quadratmeter, idealerweise mit Parkplätzen und guter ÖPNV-Anbindung; Über Hinweise freut sich der Verein unter info-oldenburg@ trauerland.org.

Wurde viel in das alte Domizil investiert ?

„Viel Arbeit und Herzblut“, hatte Simin Zarbafi-Blömer gesagt. „Wir haben das Haus saniert übernommen, aber den Außenbereich mit Hilfe unseres Förderers Floragard nutzbar gemacht“, erzählt Silke Boos. Zusammen mit Floragard-Geschäftsführer Ulrich von Glahn und Christian Mauke, Leiter der Öffentlichkeitsarbeit bei Floragard, ging sie am Donnerstag noch einmal durch den Garten und erinnerte sich daran, wie gemeinsam im Sommer 2018 aus der Wildnis was Schönes für die Kinder erschaffen. Wer weiß, ob es künftig wieder einen Garten für den Verein gibt?

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Ein Toberaum könnte im neuen Haus jedenfalls eingerichtet werden. Das Dämmmaterial kommt von einem Sponsor. Winfried Richert: „Und der wartet auf uns.“


Mehr Infos unter   www.trauerland.org 
Susanne Gloger Redakteurin / Redaktion Oldenburg
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