Oldenburg „Hauen Sie Ihr Geld lieber auf den Kopf und genießen Sie ihr Leben“, rät der Fachanwalt für Erbrecht, Dr. Johannes Lameyer den Zuhörern bei der Veranstaltung „Testamentsgestaltung und Nachlassregelung“ im PFL. „Im Vergleich zu Scheidungen wird bei Erbstreitigkeiten viel mehr schmutzige Wäsche gewaschen“, sagt Lameyer. Er muss es wissen: Er ist auch Fachanwalt für Familienrecht. Eingeladen hatte die Niedersächsische Krebsgesellschaft.

Es wird kompliziert

„Es gibt heute viele Formen der Lebensgemeinschaften, so dass auch die Nachlassregelungen häufig kompliziert sind“, weiß André Lersch von der Krebsgesellschaft in Hannover. Beispiele sind die „Patchwork-Familie“, Menschen, die ohne Trauschein zusammenleben oder Ehepaare, die sich haben scheiden lassen. „Und gerade, wenn eine schwere Krankheit den Menschen belastet, ist die rechtssichere Antwort eines Fachanwaltes wichtig“, so Lersch. Nicht nur für sich selber rät Lersch „alles zu regeln“, sondern auch für die Erbberechtigten.

Gerhard Zieseniß, Autor der Sonderausgabe „… alles geregelt?“ der Krebsgesellschaft, gibt den Rat, Erbschaftsangelegenheiten möglichst nicht unter Druck zu regeln. „Wenn Sie erst eine schwere Krankheit belastet, ist Ihnen vieles nicht mehr wichtig und materielle Fragen treten in den Hintergrund.“ Wichtig sei eine Vorsorgevollmacht. „Damit jemand sich kümmert, wenn ich nicht mehr in der Lage dazu bin.“

Beim Gericht hinterlegen

Alleinstehenden ohne gesetzliche Erben rät Lameyer, zeitig eine Regelung zugunsten einer Stiftung oder einer sozialen Einrichtung zu machen, wenn keine natürlichen Personen vorhanden sind oder erben sollen. „Einen Erben gibt es immer – und wenn es der Staat ist“, so Lameyer. Vorher wird aber ein Erbermittler eingesetzt, um vielleicht doch noch einen Erbberechtigten zu finden. Auch Begriffe wie „Vorerben, Nacherben und Schlusserben“ werden von Lameyer erläutert. Ein Nacherbe hat einen Vorerben, der Zeit seines Lebens Nieß- und Nutzrecht hat. „Er darf das Erbe ‚genießen und nutzen’ aber nicht verkaufen“, so Lameyer. Der Schlusserbe ist in der Regel das Kind oder die Kinder.

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Die Referierenden empfehlen allen, ihr Testament beim Amtsgericht zu hinterlegen. „Das kostet zwar 75 Euro, gibt ihnen aber die Sicherheit, dass ihr letzter Wille ausgeführt wird, egal wie oft sie umgezogen sind“, weiß Lameyer.


Mehr Infos unter   www.nds-krebsgesellschaft.de 
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