Oldenburg Na dann, Plost! In China braut sich etwas zusammen: Oldenburgs Oberbürgermeister Gerd Schwandner tritt in der Hafenstadt Qingdao am 1. Mai zu einem „Bier-Contest“ an. Schwandner wird versuchen, drei verdeckte Gerstensaft-Marken – „Jever“ aus Friesland, „Bavaria“ aus den Niederlanden und „Tsingtao“ aus Qingdao, das aus der während der Kolonialzeit gegründeten „Germania“-Brauerei hervorgegangen ist – am Geschmack zu erkennen. Der Wettstreit mit chinesischen Gästen ist einer der Programmpunkte während der „Oldenburg-Woche“ auf der „International Horticultural Exposition“, der „Olympiade“ unter den weltweiten Gartenbauausstellungen.

Prof. Zhang Shaoliang BILD: Pehlken

Wissenschaftszentrum tagt

Xuzhou hat 8,5 Millionen Einwohner und liegt in der Provinz Jiangsu. Die Stadt ist Sitz des 2009 von Ex-Bundeskanzler Gerhard Schröder gegründeten chinesisch-deutschen Wissenschaftszentrums Sino-German Center (SGC).

Kooperationen bestehen mit dem Oldenburger Energiecluster OLEC, dem Umwelttechnologienetzwerk Oldenburg UNO und dem Technologie- und Gründerzentrum TGO.

Das SGC tagt am 27. und 28. März in Oldenburg.

Die Garten-Expo findet vom 25. April bis 31. Oktober auf einer Gesamtfläche von 240 Hektar mit sieben Themengärten statt. 1250 Quadratmeter sind Oldenburg vorbehalten – der „Oldenburg-Garten“ nach den Plänen des Landschaftsarchitekturbüros Kilian und Frenzel enthält einen Mini-Schlossgarten, Rhododendren, einen Basketballplatz sowie Bierzeltgarnituren unter berankten Pergolas. Ein Hingucker ist der von der Firma Hoklatherm (Apen) gestaltete Pavillon mit einem Weinfass auf dem Dach als Wetterfahne.

Nicht zu übersehen sind auch die drei Meter langen Findlinge, die ein Megalithgrab darstellen sollen. Die von der Firma Rhein-Umschlag, die aus China Natursteinprodukte bezieht, gestaltete Reminiszenz an die Steinzeitkultur werde den Chinesen gefallen, ist die Leiterin des China-Büros der Oldenburger Stadtverwaltung, Yu Wang, überzeugt. In China sei man sehr an Geschichte und Traditi-onen interessiert. Und die Gastgeber mögen Erinnerungsfotos: Für den Wiedererkennungswert im Oldenburg-Garten soll „Hubird“, das Maskottchen der EWE Baskets, sorgen. Ein Kostüm des „Donnervogels“ geht ebenso mit auf die Reise wie mehrere Trikot-Sätze des Basketball-Bundesligisten, in denen sich Gäste auf dem Basketballplatz ablichten lassen können.

Bereits am 16. April fliegen der stellvertretende Leiter des Fachdienstes Stadtgrün, Thorsten Logemann, und Ying Krüger, die im China-Büro Yu Wang während ihres Mutterschutzurlaubes vertreten wird, ins 8155 Kilometer entfernte Qingdao, um dem Oldenburger Beitrag den letzten Schliff zu geben.

26 Stunden unterwegs

Der Rest der Delegation besteht neben dem Oberbürgermeister aus seiner Büroleiterin Andrea Reschke, dem Leiter des Amtes für Wirtschaftsförderung, Klaus Wegling, Steffen Trawinski vom Fachdienst Regionalentwicklung/Internationale Beziehungen und der Geschäftsführerin der Oldenburg Tourismus und Marketing GmbH, Silke Fennemann. Das Quintett macht sich am 22. April auf die 26-stündige Flugreise mit Umstiegen in Frankfurt und Peking. Hinzu kommt die siebenstündige Zeitverschiebung.

Geld vom Land

Die Gesamtkosten für das Oldenburger Gartenbauprojekt in Qingdao betragen rund 317 000 Euro. Die Gastgeber übernehmen einen Großteil der Kosten (275 000 Euro).

Die Stadt Oldenburg trägt 30 000 Euro für die spezielle „Oldenburg-Woche“ und Marketingmaßnahmen sowie 7000 Euro für das Erstellen der Gartenplanungen. 5000 Euro steuert die Wirtschaft bei. Das Land Niedersachsen hat einen Zuschuss über 7000 Euro bewilligt.

Eröffnet wird die „Oldenburg-Woche“ am 26. April in Qingdao durch die Oberbürgermeister beider Städte, Gerd Schwandner und Xinqi Zhang. Zum Auftakt taufen die Stadtoberhäupter eine Rhododendron-Sorte und führen eine ostfriesische Teezeremonie vor. Anschließend geht es wieder um Basketball: Offizielle Gäste, Kinder der deutschen Schule in Qingdao und „Hubird“ messen sich im Körbewerfen. Außerdem werden Basketbälle zugunsten der Schule versteigert. Oldenburgische Märchenstunden mit Lesungen und Filmen runden das Programm ab.

Keine Fabel ist hingegen das chinesische Interesse an Oldenburg: „Man rollt uns den roten Teppich aus“, weiß Klaus Wegling. Oldenburg sei in China als Kompetenzzentrum für Baumschulen und Gartenbau bekannt. „Wir stehen dort für die gesamte Region“, sagt der Wirtschaftsförderer.

Öko-Park hat Interesse

Abseits der Gartenbauausstellung wird der Oberbürgermeister den Grundstein für das Krebszentrum in Dalian legen, das in Kooperation mit dem Klinikum Oldenburg entsteht. Es gehe darum, Präsenz zu zeigen und Oldenburg weiter als China-kompetente und China-freundliche Stadt zu positionieren, so Wegling. Er ist sicher, dass sich das auszahlt, denn: „Oldenburger Schlüsseltechnologien – wie auf dem Feld der erneuerbaren Energien – sind die von China am stärksten nachgefragten Branchen.“ Durch die Arbeit des China-Büros sei bereits großes Vertrauen in Oldenburg gewachsen. Bereits nächste Woche kommen Vertreter des chinesisch-deutschen Öko-Parks, der in Qingdao entstehen soll, zu Gesprächen nach Oldenburg.

Stephan Onnen Redakteur / Redaktion Oldenburg
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