OLDENBURG Nasser Schnee, von Autoreifen zu blankem Eis verdichtet – da musste der Winterdienst am Dienstagmorgen passen. „Solchem Schnee ist mit Räumgerät nicht beizukommen“, sagte Torsten von Varel, am Dienstag Winterdienstverantwortlicher der Stadt. Erst um 10.45 Uhr kamen zwei Laster mit Salz in Oldenburg an – genug, um die Bus- und Hauptverkehrsstraßen zu streuen, aber nur ein Tropfen auf den heißen Stein. Vielleicht bis zum nächsten Morgen – länger reicht das Salz voraussichtlich nicht, selbst, wenn es mit Sand gestreckt wird.

Seit Wochen sind die Salzvorräte erschöpft. Die Verträge der Stadt mit ihrem Lieferanten haben eine Vorbehaltsklausel – bei ungewöhnlich langanhaltender Winterwitterung etwa wird die Lieferpflicht ausgesetzt, hieß es aus dem Presseamt. Nach dem Winter will die Stadt alle Mittel ausschöpfen, um Verträge und Vorratshaltung zu verbessern. Da Salz zurzeit nur zu überhöhten Preisen zu bekommen ist, lagen die Kosten dafür Ende Januar mit 140 000 Euro doppelt so hoch wie im Vorjahr, ebenso wie die Personalstunden (7400). Die Stadt wird in diesem Winter etwa eine Million Euro für den Winterdienst ausgeben – doppelt so viel wie üblich.

Einwilligung und Werberichtlinie

Ja, ich möchte den NWZ-Wirtschafts-Newsletter erhalten. Meine E-Mailadresse wird ausschließlich für den Versand des Newsletters verwendet. Ich kann diese Einwilligung jederzeit widerrufen, indem ich mich vom Newsletter abmelde (Hinweise zur Abmeldung sind in jeder E-Mail enthalten). Nähere Informationen zur Verarbeitung meiner Daten finde ich in der Datenschutzerklärung, die ich zur Kenntnis genommen habe.

Gleichzeitig häufen sich die Beschwerden über nicht geräumte Nebenstraßen mit Eispanzern. Auch die Müllabfuhr hat zunehmend Schwierigkeiten. Grund: Die Stadt legt im Winterdienstplan den Schwerpunkt auf Hauptstraßen. Nach Angaben aus dem Rathaus wird das von Gerichten anerkannt – Haftungsansprüche an die Stadt wegen Stürzen auf glatten Nebenstraßen (in diesem Winter machten fünf Bürger Ansprüche geltend) hätten „regelmäßig keinen Erfolg“. In Bornhorst griffen die Bürger zur Selbsthilfe. Jan-Gerd Wöbken und Jochen Meyer bauten Schneepflüge an ihre Trecker und Radlader und säuberten Groß-Bornhorster Straße, Angelweg, Fliehweg und Große Hamheide.

Torsten von Varel zeigte sich am Dienstag erleichtert, dass Zeugnisferien herrschten – „das hat die Lage erleichtert“. An diesem Mittwoch soll der Unterricht nicht ausfallen – es sei denn, die Straßen verwandeln sich wieder in Rutschbahnen. Dann will die Stadt in den frühen Morgenstunden neu entscheiden und via Hörfunk informieren. Die Stadt wies darauf hin, dass Eltern, die den Schulweg für zu gefährlich halten, ihre Kinder nicht zur Schule schicken müssen – selbst wenn die nicht ausfällt.

Thorsten Kuchta stv. Redaktionsleitung / Redaktion Oldenburg
Meine Themen: Verpassen Sie keine für Sie wichtige Meldung mehr!

So erstellen Sie sich Ihre persönliche Nachrichtenseite:

  1. Registrieren Sie sich auf NWZonline bzw. melden Sie sich an, wenn Sie schon einen Zugang haben.
  2. Unter jedem Artikel finden Sie ausgewählte Themen, denen Sie folgen können.
  3. Per Klick aktivieren Sie ein Thema, die Auswahl färbt sich blau. Sie können es jederzeit auch wieder per Klick deaktivieren.
  4. Nun finden Sie auf Ihrer persönlichen Übersichtsseite alle passenden Artikel zu Ihrer Auswahl.

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.