FRAGE: Herr Dannemann, im Laufe von 650 Jahren werden sich die Aufgaben der Bäcker-Innung Oldenburg wohl stark verändert haben.

DANNEMANN: Im Grundsatz eigentlich nicht. Damals wie heute geht es uns um die Interessenvertretung der selbstständigen Handwerker. Deren Interessen und Ansprüche durchzusetzen, ist unser Ziel, sonst gäbe es ja nur Einzelkämpfer unter den Bäckern.

FRAGE: Wie viele Mitgliedsbetriebe zählen Sie denn zurzeit?

DANNEMANN: Wir vertreten 13 Meisterbetriebe in der Stadt und dem Umland. Die Zahl zeigt, wie sich die Branche konzentriert hat. 1920, als der Innungsbezirk auf das ganze damalige Amt Oldenburg ausgedehnt wurde, waren es nahezu 100 Betriebe.

FRAGE: Aber auch sonst ist das Bäcker-Handwerk vielen Veränderungen unterworfen...

DANNEMANN: Wo früher zum Beispiel vier Sorten Brot ausreichten, um die Wünsche der Kunden zufriedenzustellen, ist heute ein viel größeres Sortiment nötig – und es wird von den Kunden auch verlangt. Früher waren unsere Produkte, ganz einfach ausgedrückt, dazu da, satt zu machen. Heute hat die Wahl einer bestimmten Brotsorte viel mit dem eigenen Anspruch zu tun.

FRAGE: Ist dieser Handwerksberuf trotzdem interessant für den Nachwuchs?

DANNEMANN: Aber ja. Bei den Auszubildenden gibt es steigende Tendenz. Zurzeit sind in den Betrieben 40 Bäckerlehrlinge beschäftigt, davon 19 Frauen. Und im Verkauf, wo wir Wert legen auf fachkundige Beratung, haben wir 153 Ausbildungsplätze, drei davon von Männern besetzt.

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FRAGE: Die Lehrinhalte dürften anders sein als 1362...

DANNEMANN: Ihnen wird wie früher gezeigt, dass der Bäcker mit Mehl, Wasser und Hefe arbeitet, also mit Natur pur. Und wir legen Wert auf Freundlichkeit. Der Passus, dass Lehrlinge „notfalls auch zu züchtigen“ sind, steht aber im Ausbildungsvertrag nicht mehr drin.

Klaus Fricke
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