Betrifft: „Erhoffte Operation rückt in weite Ferne“, über den Fall einer Frau aus Ofenerdiek, die an einem Lipödem leidet (NWZ vom 4. April)

Frau Lüschen leidet an einer vom Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) nicht anerkannten Erkrankung, die mit einer vermehrten Ansammlung an erhärteten Fettgewebe am Körper verbunden ist, und sie den Alltag unter Schmerzen, Stürzen und Arbeitsausfällen ertragen muss.

Mehrere angewandte Therapien dieser chronischen Erkrankung führten bei ihr bislang nicht zum erhofften Erfolg, so dass für die zu erhaltende Lebens- und Mobilitätsgarantie eine Liposuktion (Fettabsaugung) die einzige Möglichkeit bleibt, um weitere Schmerzen abzubauen und Arbeitsausfälle zu vermeiden. Doch die Krankenkasse DAK in Oldenburg lehnt hier die Kostenübernahme dieser Operation ab, weil es sich nicht um eine anerkannte Leistung des G-BA handelt.

Mehrere Rechtsgutachten belegen inzwischen, dass die Kosten einer Liposuktion als Behandlungsmethode beim Lipödem bei einer Krankenhausbehandlung – auch unter Berücksichtigung des Urteil des Bundessozialgericht vom 16.12.2008, Az. B 1 KR 11/08 R – von der gesetzlichen Krankenversicherung zu übernehmen sind.

Wieso lehnt die DAK in Oldenburg eine Kostenübernahme ab, obwohl sie den gesetzlichen Auftrag nach Art. 14 Abs. 1 GG haben, Versicherten entsprechende Krankenbehandlungen zu gewähren.

Eine Liposuktion dient bei an Lipödemerkrankten Menschen zur erheblichen Besserung des Gesundheitsstandes und der Linderung der Krankheitsbeschwerden.

Frau Lüschen muss geholfen werden, und hier sollte sie unterstützt werden, damit die DAK in Oldenburg ihre gesetzlichen Verpflichtungen und Auftrag als Gesundheitskasse nachkommt und die Kosten einer notwendigen Operation übernimmt.

Mark Castens Ovelgönne

Mir sträuben sich die Nackenhaare, wenn ich so eine Aussage wie die von der DAK lese. Es stimmt nicht, dass die Liposuktion sich noch im Stadium der wissenschaftlichen Erprobung befindet, dies ist definitiv falsch.

Sehr wohl ist die Liposuktion inzwischen die Therapie der Wahl bei (...) Patienten wie Frau Lüschen. Die Deutsche Gesellschaft für Lymphologie und Phlebologie gibt regelmäßig „Leitfäden zur Behandlung“ von Erkrankungen heraus, in denen ganz klar die Liposuktion als Therapie der Wahl bei Lipödem genannt wird.

Inzwischen gibt es ein Urteil vom Landgericht Chemnitz, in dem eindeutig das „Systemversagen“ der Krankenkassen attestiert wird, und es gibt Tausende Beispiele, in denen Krankenkassen ihren Patienten die Behandlung genehmigt haben. Insofern ist die Aussage der DAK, „Krankenkassen dürfen diese Behandlung nicht bezahlen“, ebenfalls definitiv falsch.

Es ist ein Armutszeugnis für Bürokratie und Amtsschimmel, dass eine Patientin die notwendige Behandlung, die möglich und zugelassen ist, nicht erhält, weil die neue Behandlungsmethode, die schon länger existiert, aus Desinteresse in bestimmten Kreisen noch nicht im Heilmittelkatalog eingetragen ist.

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Der Verein Lipödem-Hilfe-e.V. hat sich zum Ziel gesetzt diese unklare Rechtslage zu ändern und hat ein Rechtsgutachten zu diesem Thema anfertigen lassen, sowie eine Petition gestartet. Ich bin selbst von einem Lipödem (Arme + Beine) betroffen, meine Kasse hat die Behandlung genehmigt!

Sandra Brandt Großenkneten

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