Oldenburg Der Schulterschluss zwischen Unternehmen und Mitarbeitern bei der Angehörigenpflege hat spät stattgefunden, aber wohl noch gerade rechtzeitig. „Einerseits sollte es in einer modernen Gesellschaft selbstverständlich sein, dass Eltern weiter dem Beruf nachgehen können“, stellt Thomas Elsner, Hauptgeschäftsführer der AWO Weser-Ems, anlässlich des Erstangebots des Eltern- und Senioren-Services vor zehn Jahren fest. „Andererseits zeigt sich zunehmend, dass ein ,Verdrängen’ von häufig hoch qualifizierten Menschen aus dem Arbeitsmarkt auf Grund des Fachkräftemangels nicht mehr vertretbar ist“.

An der Dringlichkeit dieses Themas hat sich nichts geändert – im Gegenteil: „Der Bedarf ist stetig gestiegen. Hinzugekommen sind weitere Beratungsleistungen für den Bereich Pflege und psychosoziale Belastungen“, sagt Anke Kampmann, Leiterin des Oldenburger Regionalbüros an der Peterstraße.

Seit 2007 bietet der AWO-Bezirksverband mit dem Eltern- und Senioren-Service Beschäftigten von Partner-Unternehmen bundesweit Beratungs- und Vermittlungsleistungen zur Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben an. Das Regionalbüro in Oldenburg mit fünf Mitarbeitern betreut derzeit 20 namhafte Firmen und Betriebe in der Region mit insgesamt rund 15 000 Mitarbeitern. Die Einrichtung kooperiert dabei mit drei Pflegeberaterinnen der AWO Wohnen & Pflegen.

In den Anfängen stand die Beratung zu allen Fragen rund um das Thema Kinderbetreuung im Mittelpunkt der Arbeit. „Es kam der Suche nach der Nadel im Heuhaufen gleich“, erinnert sich Anke Kampmann. Dazu gehören Vermittlungsleistungen von freien Plätzen in Kindertagesstätten und bei Tagespflegepersonen, zu Kinderbetreuungspersonen im Haushalt der Eltern, Ferienbetreuungsangebote sowie Haushalts- und Familienhilfen.

Seit 2009 ist die Beratungsstelle auch Ansprechpartner für die Berufstätigen der Partner-Unternehmen, die pflegebedürftige Angehörige betreuen. Das Team der AWO berät zu allen Leistungen der Pflegeversicherung und zur Begutachtung der Pflegebedürftigkeit. „Bei Bedarf werden ambulante, teilstationäre und stationäre Hilfen sowie haushaltsunterstützende Dienstleistungen vermittelt“, erläutert Kampmann.

Der Rucksack scheint schwerer zu werden: Immer häufiger stehen Menschen vor großen beruflichen und privaten Herausforderungen, die zu psychosozialen Belastungen und Beeinträchtigungen im Alltag führen. Seit 2014 finden Ratsuchende Hilfe in persönlichen Belastungssituationen wie Stress, Überforderung, Depression, Schwierigkeiten in beruflichen sowie persönlichen Beziehungen bis hin zur Trauerbewältigung. „Das Angebot der Fachkräfte reicht von Krisenintervention bis zur Überleitung zu weiterführenden Maßnahmen.“

Außerdem werden Schulungen für Führungskräfte angeboten. Um die komplexen Dienstleistungen auch namentlich unter eine Dachmarke bringen, wird der Eltern- und Senioren-Service AWO noch in diesem Jahr in „awo lifebalance Weser-Ems“ umbenannt.

Die Mitarbeiter der Partner wenden sich direkt an das Beratungsbüro des Eltern- und Senioren-Service AWO. Alle Beratungs- und Vermittlungsleistungen erfolgen für die Beschäftigten individuell, trägerneutral und kostenfrei.

„Für Unternehmen sind Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter das höchste Gut. Auch vor dem Hintergrund des Fachkräftemangels bedarf es mehr Unterstützung in der Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben. Davon profitieren alle“, fasst Hauptgeschäftsführer Thomas Elsner zusammen.

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Die über Jahrzehnte bewährte Arbeit wird der AWO also nicht ausgehen. Und das ist – trotz vieler persönlicher Schicksale in den betreuten Familien – in erster Linie eine gute Nachricht.


     www.eltern-und-seniorenservice-awo.de 
Oliver Schulz Leitender Redakteur / Redaktion Kultur/Medien
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