OLDENBURG In dem seit Monaten schwelenden Konflikt um ein geschenktes Bronze-Reiterstandbild von Graf Anton Günther zeichnet sich eine Lösung ab. Nicht vor das Oldenburger Schloss, wie von den Befürwortern um den ehemaligen Landtagspräsidenten Horst Milde (SPD) gewünscht, sondern im Residenzort Rastede soll das Denkmal aufgestellt werden.

„Da spricht aus meiner Sicht nichts gegen. Wir haben durchaus Interesse daran“, sagte Rastedes Bürgermeister Dieter von Essen (CDU) am Sonntag.

„Macht durchaus Sinn“

Für von Essen macht diese Lösung „durchaus Sinn, denn das Denkmal ist ja auch beim Landesturnier in Rastede vorgestellt worden“. Für Rastede spricht nicht nur das Landesturnier, sondern auch, dass das Schloss ja eine Sommerresidenz des Hauses Oldenburg ist.

Das Reiterstandbild war von dem inzwischen verstorbenen Unternehmer Klaus Dirks (Buddelei) und dem Huder Pferdeexperten und Künstler Bernd Eylers beim Dresdner Bildhauer Walter Hilpert in Auftrag gegeben und der Stadt Oldenburg als Geschenk angeboten worden. Vehementer Verfechter für den Standort Oldenburg ist Horst Milde.

Doch in der Stadt stieß der Standort am Schloss auf wenig Gegenliebe. Er sorgte allerdings für eine kontroverse Debatte in Oldenburg. Die Politik lehnte das Projekt letztendlich ab, diskutierte aber auch, ausgelöst durch die Denkmal-Kontroverse, über „Leitlinien für Kunst im öffentlichen Raum“.

Das Einschalten der Landesregierung – das Areal vor dem Schlossportal gehört dem Land Niedersachsen – brachte Horst Milde und seine Mitstreiter indes nicht weiter.

Zweiter Anlauf

Sowohl Ministerpräsident David McAllister als auch Kulturministerin Johanna Wanka (beide CDU) sprachen sich deutlich gegen das Denkmal aus. Auch einem zweiten Anlauf der Befürworter in Hannover war kein Erfolg beschieden.

Doch hinter den Kulissen wurde fleißig nach einer Lösung gesucht, um das Denkmal nicht ganz ins Abseits zu stellen. So kam der Standort Rastede letztendlich ins Spiel. Kulturministerin Wanka handelte offenbar Donnerstagabend mit Bürgermeister von Essen in einem Telefonat den Kompromiss aus.

Ob das Denkmal nun letztendlich am Schloss oder am Palais in Rastede stehen wird, steht noch nicht fest. „Das müssen wir dann noch mit dem Haus Oldenburg besprechen“, sagte Dieter von Essen.

Lösung nicht neu

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Die Rasteder Lösung ist indes für Horst Milde „nicht neu, die gab es schon im Juli. Aus meiner Sicht ist das kein Kompromiss“.

Er wolle vielmehr die Entscheidung des Landtages abwarten bezüglich der Petition, die er zum Grafendenkmal eingereicht habe. Das könne sich noch bis zum April hinziehen.

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