Bloherfelde Auch für Schwalben ist die Lage auf dem Wohnungsmarkt durchaus angespannt. Schon gar, wenn es darum geht, zwecks Familienplanung etwas Passendes zu finden. Im Quartier Bloherfelder Anger wird die Situation nun entspannt. Denn hier ist eines Schwalbenhaus entstanden. Und darauf fliegen die gefiederten Flitzer.

Eine Schwalbenkolonie gab es schon immer am Bloherfelder Anger. „Befürchtungen, dass in Zusammenhang mit der Errichtung des Neubaugebietes diese Kolonie verschwinden würde, haben sich zum Glück nicht bestätigt“, sagt Rolf Grösch, Vorsitzender des Naturschutzbundes (Nabu) Oldenburg. Im Gegenteil, es interessierten sich immer mehr Schwalben für dieses Viertel. Und das lag an einer privaten Anliegerinitiative. Anwohner bemühten sich um die Vögel, brachten künstliche Nisthilfen an oder gestalteten ihre Häuser schwalbenfreundlich.

Gerade die Initiative der Familie Klapproth am Magnolienring, so Rolf Grösch, die Schwalbennester an ihrem Haus installierten, habe den Mehlschwalben geholfen. Im vergangenen Jahr zeigte sich dann, dass die vorhandenen Nisthilfen nicht ausreichten, es gab sozusagen Verteilungskämpfe um die „Wohnungen“.

Nachdem die Familie Klapproth sich an den Nabu gewandt hatte, entstand bei einem Ortstermin die Idee, ein Schwalbenhaus zu errichten. Die Pläne dazu wurden von der Nabu-Gruppe Varel zur Verfügung gestellt, die schon vor einigen Jahren ein solches „Haus“ am Deich errichtete. Der Bürgerverein Bloherfelde erklärte sich sofort zur Unterstützung bereit, ebenso die Untere Naturschutzbehörde der Stadt Oldenburg und die regionale Nabu-Stiftung. Mit einer Förderung durch die Niedersächsische Bingo-Umweltstiftung war die Grundfinanzierung gesichert. Die direkten Anwohner im Bloherfelder Anger unterstützen das Vorhaben.

Zum Wochenanfang trafen sich alle am „Bauplatz“ am Magnolienring. Paul Behrens (Vorsitzender des Bürgervereins Bloherfelde), Rolf Grösch, der Nabu-Biologe Bernd Ziesmer und Robert Sprenger (Fachdienstleiter Naturschutz und technischer Umweltschutz) waren vertreten, genauso wie einige Anlieger, darunter auch die Initiatorin Meike Bejenke-Klapproth. Sie sahen zu, wie Uwe Brandorff und Kenneth Kramer auf einer direkt benachbarten städtischen Grünfläche das Schwalbenhaus errichteten. „Wenn auch die Brutsituation in diesem Jahr sich schon dem Ende zuneigt, hoffen wir doch, dass die Schwalben ihre Nisthilfen im kommenden Jahr annehmen werden,“ meint Rolf Grösch. „Die Nähe zur Haarenniederung und damit zu auskömmlichen Futterquellen lässt auf kommende Bruterfolge hoffen.“

Die Mehlschwalbe ist übrigens gut von der Rauchschwalbe zu unterscheiden. Sie hat einen kürzeren Schwanz und eine weiße Kehle, während die Kehle der Rauchschwalbe rotbraun ist. Die Rauchschwalbe nistet eher unterm Dach in größeren, gut zugängigen Ställen oder Werkhallen. Die Mehlschwalbe bevorzugt Außenwände, gern unter der Dachtraufe oder auch in Ecken. Mehr Infos gibt es in der Nabu-Geschäftsstelle, Schloßwall 15, Telefon   2 56 00.

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