OLDENBURG Trotz des geplanten Abbaus von 98 der 150 Stellen (NWZ berichtete) soll der Standort Oldenburg des Autozulieferers Saia-Burgess an der Kreyenstraße erhalten bleiben. „Das ist unser Ziel“, sagte der Geschäftsführer des Oldenburger Werks, Francois Dupont, am Dienstag der NWZ. Eine Garantie könne er allerdings nicht geben. Die beispiellose Krise der Autoindustrie erfordere es, den Stellenabbau schnell zu regeln: „Wir stehen unter großem Zeitdruck.“ Chancen für die automatisierte Produktion von Mikroschaltern sieht Dupont vor allem wegen des geringen Anteils der Handarbeit. Produktionsteile mit hohem Personalaufwand befänden sich mit der Verlagerung von SBE Mikrotechnik nach Ungarn bereits in Billiglohnländern (NWZ berichtete). Neben den Arbeitskräften, die an den Automaten arbeiten, solle u.a. der Werkzeugbau für die Fertigungsautomaten in Oldenburg bleiben.

Abgebaut werden Entwicklung und Vertrieb. Das Know-how für die Produktentwicklung soll am Sitz von Saia-Burgess in Murten/Schweiz konzentriert werden. Nach Angaben des Oldenburger Betriebsratsvorsitzenden Wilfried Wimberg sei bei ersten Gesprächen von der Geschäftsführung angedeutet worden, dass einige der Entwicklungsingenieure in Murten Chancen bekämen. Davon sei später keine Rede mehr gewesen. Wimberg: „Viele unserer Mitarbeiter sind seit Jahrzehnten dabei, haben Haus und Familie in Oldenburg, andere sind wegen schulpflichtiger Kinder an die Stadt gebunden.“ Zudem sei die Stellenlage selbst im eher industriegeprägten Süden der Republik mau.

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Andreas Hinz, Sekretär der IG Metall, sagte, er habe den Eindruck, „dass in der Belegschaft große Wut und Enttäuschung herrscht“. Die Mitarbeiter hätten beobachtet, wie das nebenan gelegene SBE-Werk abgewickelt wurde und befürchteten nun Ähnliches – „damit hatten sie nicht gerechnet“. Entscheidend sei, wie die Verhandlungen zwischen Geschäftsleitung und Betriebsrat über den Sozialplan und die eventuelle Einrichtung einer Transfergesellschaft verliefen.

Roland Hentschel (Wirtschaftsförderung) bedauerte, dass ein wichtiges Mitglied des Automotive-Netzwerks von der Krise getroffen werde. Vor dem Hintergrund, dass Saia-Burgess dem chinesischen Konzern Johnson-Electric (Hongkong) gehört, sagte Hentschel: „Wir müssen zur Kenntnis nehmen, dass China nicht mehr nur an Produktion interessiert ist, sondern auch Entwicklungsaufgaben aus Europa abzieht.“

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