Oldenburg 74 moderne Wohneinheiten sollen im grünen Deich-Dreieck – zwischen B 401, Hundsmühler Straße und Küstenkanal – entstehen. Jochen Rehling (Neun Grad Architekten) stellte das Projekt, das gemeinsam mit den Oldenburger Bauherren Dennis Poelmeyer und Christoph Albers realisiert werden soll, am Donnerstag im Bauausschuss vor und nannte dort 2018 als Fertigstellungsjahr. „Die Wohnungsnot wird immer wieder diskutiert“, so Rehling tags drauf, „wir müssen Gas geben und kommen mit Reden nicht weiter.“

Überraschend ist da sicherlich die Gestaltung der insgesamt fünf Baukörper. Sie sind um einen gemeinsamen autofreien Innenhof auf zwei Ebenen platziert. Die Dächer sind begrünt, die Wohneinheiten 30 bis 120 Quadratmeter groß, die Geschosswahl variiert von zwei bis sechs, die Fassade ist verklinkert und zwei Solitäre „vollenden die städtebauliche Form“, heißt es im Plan. Und: „Es entsteht eine aufeinander abgestimmte Bewegung der Dächer mit einem Spiel der Höhen.“

Die beanspruchte Fläche an der Nordmoslesfehner Straße ist zwar durchaus markant und eingesäumt von Gehölzreihen, wurde bislang aber – vielleicht wegen der Verkehrslärmbelastung oder auch weil sie nicht entsprechend im Flächennutzungsplan ausgewiesen war – noch von keinem anderen Bauherrn in den engeren Fokus genommen. Sie befinde sich „im Dornröschenschlaf“, so Ulrich Fortmann von der Stadtentwicklung.

Schon seit 2014 arbeiten die Investoren und das Architekturbüro an einer würdigen Gestaltung des Stadttores (von der B 401 kommend). Die nun vorgestellte Variante sei zwar noch nicht das Ende der Entwicklung, sehr wohl aber so weit gediehen, dass man noch vor den Sommerferien die Bürger in einer Versammlung informieren kann und will. Für gesteigertes Interesse dürfte die Planung nicht nur wegen der spannenden Lage „hinterm Deich“ sorgen.

Mit ungewöhnlicher Architektursprache ist Rehling schon häufiger aufgefallen, jüngstes Beispiel ist der runde Irma-Supermarkt in Kreyenbrück, der kurz vor der Vollendung steht. Und auch jetzt lasse er sich nicht vom „Einheitsbrei“ leiten. Weil es sich um eine besondere Lage handele, sei man auch eher bereit, hier etwas besonderes auszuprobieren, so heißt es aus dem Büro. Und: „Für Oldenburg mag es ungewöhnlich sein, für Europa ist das aber der Standard“, so Rehling.

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Kein Wohnraum (im übrigen allesamt Mietwohnungen) soll zur Straße liegen, alles sei gen Innenhof ausgerichtet. Auch mit der Schallbelastung habe man sich bereits intensiv beschäftigt, Gutachter eingesetzt und dies zufriedenstellend prüfen lassen, heißt es. Ziel sei es, „Wohnraum für alleinstehend lebende Menschen, Paare und Studenten zu schaffen, um den sich in den vergangenen Jahren abzeichnenden Bedarf nach kostengünstigem Wohnraum zu decken“. Auch Familien „verschiedenster Größe“ sollen da zur Zielgruppe gehören, erklärte Rehling in der Sitzung.

Noch zu klären ist sicherlich die geplante „Ausdünnung des Grüngürtels“ auf der Deichfläche, der noch nicht näher spezifiziert werden konnte. Auch die mögliche Verkehrszunahme rund um das Gelände dürfte verstärkt in den Fokus rücken und wohl zeitnah den Verkehrsausschuss beschäftigen.

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Marc Geschonke Redakteur / Redaktion Oldenburg
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