Tungeln /Osternburg Die Fischaufstiegsanlage? „Das finden wir natürlich super“, kommentiert Paul Riefstahl, Vorsitzender des Fischereivereins Wardenburg, die Neuerung. Die Aufstiegsanlage am Osternburger Kanal in Tungeln unterstütze das Bestreben des Vereins, Lachs und Meerforelle in der Lethe heimisch zu machen.

„Wir haben das Glück, von der Ausgleichsmaßnahme des Oldenburger Wendebeckens zu profitieren“, schildert Riefstahl. Alle Maßnahmen mit dem Ziel, die Durchgängigkeit für Wanderfische zu verbessern – wie zum Beispiel Fischtreppen – werden seitens des Vereins begrüßt.

Als Kompensationsmaßnahme für den künftigen Bau der Schiffswendestelle in Drielake wurde vom Wasser- und Schifffahrtsamt (WSA) Bremen eine Fischaufstiegsanlage im Osternburger Kanal errichtet.

Die Kosten belaufen sich auf rund 100 000 Euro. Wie das Wasser- und Schifffahrtamtes mitteilte, soll der Fischaufstieg „durch die Optimierung der ökologischen Durchgängigkeit des Gewässers und die Schaffung verbesserter Aufenthaltsbereiche“ verbessert werden.

Diese Tatsache kommt dem Wardenburger Fischereiverein sehr entgegen: Aktuell setzen die Vereinsmitglieder zahlreiche Brütlinge der Meerforelle in der Lethe aus – und hoffen auf Rückkehr der Wanderfische, die zum Laichen ihre Gewässer wechseln.

„Mit Elektrofischerei kontrollieren wir die Ergebnisse. Dabei haben wir bereits erste Erfolge verzeichnet. Ein geringer Teil der Meerforellen kommt zurück“, so Riefstahl.

In Kooperation mit dem Sportfischerverein Oldenburg werden den gefangenen geschlechtsreifen Weibchen Eier entnommen. Die Tiere werden danach freigelassen; die Eier in einer speziellen Brutanlage untergebracht. Weiter entwickelt, werden die Fische als Brütlinge schließlich in die Gewässer gesetzt.

Die Meerforelle, führt der Vereinsvorsitzende aus, bevorzuge Kieslaichbetten. 350 Tonnen Kies seien dafür bereits in der Lethe eingelegt worden – denn von Natur aus gibt es diese Steine dort nicht.

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Ziel bleibt es, künftig keine Brütlinge mehr einzusetzen. „Irgendwann“, so blicken die Fischerei-Begeisterten in die Zukunft, „hoffen wir, dass die Population der Meerforelle hier von alleine steht“.

Neue Anlage als Kompensationsmaßnahme

Die neue Anlage besteht aus sieben terrassenförmig angeordnete Becken. Diese werden durch so genannte Querriegel – für Fische passierbare Steindämme – getrennt.

Aus vollvergossenen Wasserbausteinen ist so eine für Fische und Rundmäuler –wie zum Beispiel Schleim- aale– sehr gut passierbare Aufstiegsmöglichkeit entstanden. Diese beinhaltet auch Ruhezonen und geringe Aufstiegshöhen an den einzelnen Schlitzöffnungen.

Diese befestigte Ausführung wurde erforderlich, da im Osternburger Kanal – einem sogenannten Hochwasserentlastungskanal – Abflüsse bis zu 40 Kubikmetern pro Sekunde von der Hunte in den Osternburger Kanal abgeschlagen werden, so die WSA.

Eine vorhandene Sohlgleite – die dazu diente, das Wasser aufzustauen – wurde hierfür zurückgebaut, da sie bei geringen Abflüssen für die Fischfauna unpassierbar war (der Mindestabfluss beträgt 200 Liter pro Sekunde).

Die Planung und Ausführung erfolgte durch das WSA Bremen in Zusammenarbeit mit der Hunte Wasseracht und dem Landesfischereiverband Weser-Ems.


Mehr Infos unter   www.fischereiverein-wardenburg.de/ 
Evelyn Eveslage Wardenburg / Redaktion Wardenburg
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