Oldenburg Christoph Baak, CDU-Bewerber für das Amt des Oberbürgermeisters, gibt sich trotzig. Dass er im ersten Wahlgang mehr als 20 Prozentpunkte und rund 10 000 Stimmen hinter seinem SPD-Kontrahenten Jürgen Krogmann gelegen hat, ficht ihn nicht an. „Wir fangen beide wieder bei Null an“, betont er gebetsmühlenartig vor der Stichwahl am 12. Oktober.

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Baak schöpft seine Hoffnung aus der Geschichte der Oldenburger Direktwahlen um den OB-Posten. Gleich zweimal hatten CDU-Kandidaten es geschafft, sich gegen favorisierte Sozialdemokraten durchzusetzen – Jürgen Poeschel gewann 1996 überraschend gegen Dieter Holzapfel, der aktuelle Amtsinhaber Gerd Schwandner gab 2006 im zweiten Wahlgang Dietmar Schütz sensationell das Nachsehen. Schwandner könnte für Baak als Vorbild dienen. Der promovierte Ex-Chirurg und Ex-Landtagsabgeordnete für die baden-württembergischen Grünen, ebenso wie Baak parteilos, hatte in der ersten Runde scheinbar weit abgeschlagen hinter Schütz gelegen, ihn zwei Wochen später aber in einem Kopf-an-Kopf-Rennen mit einem hauchdünnen Vorsprung von 765 Stimmen überflügelt. Selbst Niedersachsens Landes-CDU hatte der Erfolg überrascht – sie sprach vom „Wunder von Oldenburg“.

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Quittung bekommen

Wiederholt sich nun die Geschichte? Jürgen Krogmann schüttelt energisch den Kopf. Der Sieger des ersten Wahlgangs will nun auch die „zweite Halbzeit“ für sich entscheiden. „Die Situation von heute ist mit der von 2006 nicht zu vergleichen“, wehrt der SPD-Kandidat ab. Damals habe eine „extrem aufgeladene Stimmung“ geherrscht, sagt Krogmann mit Blick auf die Auseinandersetzung um den Bau des ECE-Centers. Schwandners Wahlprogramm habe im Wesentlichen nur im Versprechen, das Einkaufszentrum „Schlosshöfe“ zu verhindern, bestanden. Die SPD habe sich auf das Thema nicht gründlich genug eingelassen und dafür die Quittung bekommen, so Krogmann selbstkritisch. Ein ähnlich dominierendes und polarisierendes Thema gab es diesmal im Wahlkampf nicht.

Die Rolle der Grünen

Auffällig bei den beiden SPD-Niederlagen im Kampf um den Chefsessel im Rathaus ist die Rolle der Grünen, die dabei stets den Ausschlag gaben: 1996 verweigerten sie Holzapfel die Gefolgschaft und trugen dazu bei, den Christdemokraten Poeschel ins Amt zu hieven. 2006 kämpften sie vor der Stichwahl geradezu für Schwandner und gegen Schütz (den sie übrigens 2001 bei dessen klarem Sieg gegen Poeschel noch unterstützt hatten). Diesmal haben die Grünen, deren Kandidatin Marion Rieken im ersten Wahlgang die Segel streichen musste, ihren Wählern weder eine Empfehlung für Baak noch für Krogmann ausgesprochen.

Mit einer Tradition der bisherigen OB-Direktwahlen in Oldenburg wird diese Stichwahl indes brechen: Anders als bei den drei vorhergegangenen Entscheidungen wird kein Oberbürgermeister abgewählt. Amtsinhaber Gerd Schwandner, dem bis heute viele Menschen in der Stadt nicht verziehen haben, dass er den Vertrag zum Bau der „Schlosshöfe“ nicht rückgängig machte, war nicht wieder angetreten. So geht es diesmal allein darum, zu entscheiden, „wer die am besten geeignete Person für dieses Amt ist“, betont SPD-Kandidat Jürgen Krogmann. Entweder Krogmann (50), der Polit-Profi, oder Baak (48), der Werbefachmann.


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Stephan Onnen Redakteur / Redaktion Oldenburg
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