Oldenburg Vor gut zwei Jahren hat sich die Stadt mit einem einstimmigen Ratsbeschluss „Oldenburg will Inklusion“ auf den Weg gemacht. Mittlerweile sind erste Auswirkungen dieser Initiative bereits spürbar. Vor allem im Schulbereich greifen Pläne, Grenzen zwischen Menschen mit und ohne Behinderung abzubauen – nicht ohne Diskussionen und kritische Rückfragen bei Eltern und Schulen.

„Unter Inklusion verstehen wir aber mehr als Schule und Behinderung“, betont Sozialdezernentin Dagmar Sachse im Gespräch mit der NWZ . „Wir beziehen alle Bereiche ein, von Migration bis zur sexuellen Orientierung, geschlechter- und generationenübergreifend.“

Oldenburg sieht sich – auch wegen dieses weiten Inklusionsbegriffs – als eine der Vorreiterkommunen in Niedersachsen. Der landesweite Wettbewerb zur Förderung von Inklusion, an dem sich 32 Kommunen beteiligt haben (NWZ  berichtete), bestätigt diese Einschätzung. Die Stadt ist eine von fünf Preisträgern und erhält 90 000 Euro für Projekte, die den Inklusionsgedanken fördern.

Besonders stolz sind Sachse und Susanne Jungkunz von der Fachstelle Inklusion auf die Wettbewerbspräsentation in Hannover. Mit Thorsten Haupt (Inklusion Schwule und Lesben), Liliana Mora (AG Inklusive Werte), Peter von der Dovenmühle (Senioren) und Meike Dittmer (Behinderte) haben Akteure selbst die Arbeit der Stadt vorgestellt. „Das kam sehr gut an“, freut sich Sachse.

Wie es nach dem Wettbewerbserfolg weitergeht, entscheidet die Steuerungsgruppe Inklusion – hier sind Vertreter von Politik, Aktionsgruppen und Stadtverwaltung beteiligt – beim nächsten Treffen im Oktober. „Wir beraten, was wir der Politik und allen Bürgern an konkreten Projekten vorschlagen“, so Jungkunz. Unter der Überschrift „Teilhabe realisieren“ könnte dann zum Beispiel die Homepage der Stadt überarbeitet werden. Ziel: Den Dialog mit den Bürgern ausbauen. Bereits am 16. September kommen die Akteure zu einer weiteren Tagung zusammen.

Fest steht, dass die Bremer Agentur Opus 100 für Frühjahr 2015 ein Kulturfest in Oldenburg organisiert. „Auch das Orchester des Staatstheaters macht mit“, verrät Sachse. Hierfür wird auch ein Teil der 90 000 Euro Preisgeld verwendet. Insgesamt stellt sich Sachse auf einen langfristigen Projektverlauf ein. „Wir sind noch nicht so weit, dass wir genau sagen können, was wir unter der Überschrift ,Inklusion’ ändern. Es geht zunächst darum, eine gesellschaftliche Vision zu entwickeln.“

Christoph Kiefer Chefreporter / Reportage-Redaktion
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