Oldenburg 25 Jahre mögen vielleicht nicht genug sein – aber doch ausreichend für einen Neuanfang: Hans-Thomas Adam, Vorsitzender der Jägerschaft der Stadt Oldenburg, wird nach einem Vierteljahrhundert Federführung am kommenden Mittwoch sein Revier räumen und Platz für einen designierten Nachfolger machen. Der steht intern offenbar schon fest – und ist eine Jägerin.

Schriftführerin Gabriele Wenzel scheint auserkoren, die rund 300 Mitglieder der städtischen Jägerschaft für die nächsten vier Jahre zu vertreten. Bei 66 Jägerschaften in ganz Niedersachsen wäre sie, das Votum der Mitglieder vorausgesetzt, damit zwar nicht die erste und auch nicht die einzige – eine höchst seltene Ausnahme in dieser Funktion aber allemal.

Etwa 70 Mitglieder werden regelmäßig zu den Jahreshauptversammlungen der Jägerschaft erwartet. Und die bekommen am Mittwochabend um 19.30 Uhr im Bümmersteder Krug reichlich zu tun. Denn neben Thomas Adam werden auch andere Vorstandsmitglieder nach langer Vereins- und Verbandstätigkeit nicht für eine weitere Amtszeit zur Verfügung stehen.

Nicht amtsmüde

Während Gabriele Wenzel nun also Adam beerben soll, könnte Sebastian Rienhardt den Schriftführerposten übernehmen. Roland Pieper würde neuer Stellvertreter und Thomas Wenzel Schatzmeister (für Gerhard Frensel, der nach 12 Jahren aufhören wird). „Amtsmüde bin ich noch nicht“, sagt Adam, „aber das ist nun einfach ein guter Zeitpunkt, die Geschäfte in andere Hände zu geben“. Vom Generationenwechsel in vorderster Reihe mag er da nicht sprechen, eher vom „Geschlechterwechsel“.

Noch nie gab es so viele aktive Jäger in Deutschland, gerade Niedersachsen ist mit 130 Einwohnern pro Jäger das Jägerland Nummer Eins. Und: Vor allem Frauen sind in dieser Riege auf dem Vormarsch, mehr denn je. Nicht nur aus diesem Grund würde die Wahl Wenzels auch Sinn machen. „Wir haben sehr viel Glück mit ihr“, sagt Adam, „sie arbeitet seit vielen Jahren im Vorstand mit, weiß, was wir tun – und muss nicht überredet werden.“ Wenzel sei eine „engagierte Jägerin“ und „sehr an Verbandspolitik interessiert“.

Von Gruppe zum Verein

Dass dieser Wechsel auf vorgeschlagene Weise zustande kommt – daran gibt es kaum Zweifel. „Wir haben alles gut vorbereitet“, sagt Adam, „auch mit den Hegeringsversammlungen dies schon durchgesprochen – es kann hier dann alles auf neue Füße gestellt werden“.

Adam will sich indes nicht vollends zurückziehen, sondern der Oldenburger Jägerschaft „ohne Mandat“ erhalten bleiben. Seit 42 Jahren ist er bereits Mitglied, mit 17 eingetreten und hat sich immer irgendwie für große und kleine Jäger engagiert. In den vergangenen 25 Jahren seiner Amtszeit hat er die Jäger von der Gruppe zu einem eingetragenen Verein geführt oder auch in den Bornhorster Huntewiesen das Prädatorenmanagement begleitet. „Und wenn man sieht, dass Brachvogel und Kiebitz zwar immer noch gefährdet sind, aber erhöhte Bruterfolge verzeichnen, ist das insbesondere in einem solch urbanen Gebiet eine schöne Angelegenheit“, sagt er. Gleiches gelte für die eigene gegründete Jagdschule in Oldenburg. „Das ist schon spannend“, so Adam. Aber eben auch Geschichte. Persönliche wie jägerschaftliche. Mit nun 59 Jahren will der erste Mann in die zweite Reihe.

Wehage macht weiter

Ein anderer, der dann ebenfalls ein Häkchen hinter „25 Jahre Kreisjägermeister“ setzen kann, wird qua votum in bisheriger Rolle erhalten bleiben: Ferdinand Wehage ist als solcher quasi geborenes Mitglied der Jägerschaft und fünftes Mitglied des Vorstands. Er müsste allerdings auf Vorschlag der Versammlung dann noch vom Stadtrat bestätigt werden.

Marc Geschonke Redakteur / Redaktion Oldenburg
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