OLDENBURG Bei Sturmböen und Regenschauern haben am Sonnabendvormittag Stadtbaurat Frank-Egon Pantel und Klinikum-Geschäftsführer Rudolf Mintrop die offizielle Umbenennung der bisherigen Dr.-Eden-Straße in „Rahel-Straus-Straße“ vorgenommen. Das war nicht ohne Symbolkraft: Der neue Name für die Verbindung zwischen Brandenburger Straße und An den Voßbergen hat eine stürmische Vorgeschichte.

Der „ungewöhnliche Vorgang“ (Pantel) geht auf Forschungsergebnisse an der Universität zurück, die Dr. Ingo Harms von der Arbeitsstelle „Regionale nationalsozialistische Gesundheits- und Sozialpolitik“ am Sonnabend kurz zusammenfasste. Danach war der Namensgeber, der Amtsarzt und Chirurg Dr.Paul Eden (1871-1937) zur Zeit des Nationalsozialismus an Zwangssterilisationen im Peter-Friedrich-Ludwig-Hospital beteiligt und für sie verantwortlich. Der Rat hatte daraufhin im Dezember einstimmig die Umbenennung beschlossen.

Am neuen Namen wie an dessen Findung hatte der Ärztekammer-Vorsitzende Dr. Gerd Pommer Kritik geübt (die NWZ berichtete). Er plädierte für einen Namen mit regionalem Bezug und monierte, dass die Ärztekammer zuvor nicht eingeschaltet worden sei. Oberbürgermeister Gerd Schwandner zeigte sich davon am Rande der Blumenschau unbeeindruckt.

Ein interner Ideenwettbewerb am Klinikum hatte u.a. die Vorschläge Peter Friedrich Ludwig, Dr. Gramberg (ging nicht wegen Namensgleichheit) und Am Gesundheitspark gebracht. Pantel sagte, der Vorschlag Rahel Straus sei aus seinem Dezernat gekommen.

Michael Exner Autor
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