Wechloy Im Finanzausschuss fiel die Planung der Stadt für einen neuen Fußweg am vielbefahrenen Pophankenweg noch einhellig durch, im Verkehrsausschuss wurde sie einhellig durchgewinkt und im Rat fiel sie am Abend wieder durch – oder besser – wurde einstimmig nach ausgiebiger Debatte und Sitzungsunterbrechung vertagt. Entschieden wird erst am 9. Mai nach erneuten fachlichen Beratungen im Allgemeinen Ausschuss und im Verwaltungsausschuss.

Die gravierenden Bedenken trugen vor allem die Ratsherren Manfred Drieling ((CDU/FW-BFO) und Dr. Armin Frühauf (Gruppe „Die Grünen“) vor, die die Wegeführung rund um Artillerieweg, Pophankenweg und Johann-Justus-Weg gut kennen. Mit Blick auf die Raser dort brachte es Frühauf in seiner drastischen Art auf den Punkt: „Wenn wir den ersten Toten dort haben, dann werden wir uns fragen lassen müssen, was wir getan haben.“

Inhaltlich schlossen sich diesen Bedenken dann auch Michael Rosenkranz (CDU) und Renke Meerbothe (SPD) an. Sebastian Beer (Grüne) bedauerte, dass ein Polizeivertreter im Fachausschuss nicht zur Sache gesprochen hatte.

Im Fachausschuss hatte Baudezernentin Gabriele Nießen noch gesagt: „Es gibt keine andere Lösung.“ Allerdings schilderte sie auch die Zwänge: Nötig wird der Weg nördlich der Autobahn, weil derzeit am Pophankenweg eine Asylbewerberunterkunft mit 156 Plätzen gebaut wird.

Die dort wohnenden Flüchtlinge aber treffen auf dem Weg in die Stadt auf Hindernisse: Der Pophankenweg hat weder Fuß- noch Radweg. Schon im Ausschuss hatte die Dezernentin die Sachlage vertieft. Sie sei der Meinung, dass der beste Weg über das Gelände führe, auf dem das Studentenwerk ein neues Wohnheim bauen werde. Eine solche Überwegung sei allerdings erst möglich, wenn der Bau fertig sei – zu spät für die Flüchtlinge. „Wir haben uns die Überwegung gesichert, aber wir müssen jetzt etwas tun“, sagte sie.

Nicht zum ersten Mal vertagte der Rat die Entscheidung über diesen Weg. Möglicherweise gibt es einen Ortstermin. Die Bewilligung der 85 000 Euro für dieses Projekt allerdings wurde genehmigt, nachdem der Oberbürgermeister versichert hatte, dass das gemacht würde, wofür man im Mai stimmen werde.

Thorsten Kuchta stv. Redaktionsleitung / Redaktion Oldenburg
Sabine Schicke stv. Redaktionsleitung / Redaktion Oldenburg
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