Oldenburg Qualität in der Medizin, Abrechnungsmodalitäten über Fallpauschalen für Krankheitsbilder und eine leistungsgerechte Bezahlung der Mitarbeiter waren nur einige der Themen, die Oldenburger Klinikchefs und Personalvertreter intensiv mit Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr (FDP) am Freitagmittag bei dessen Besuch im Evangelischen Krankenhaus diskutierten.

Vor der Debatte hatten Dr. Dirk Tenzer (Klinikum), Erich Thunhorst (Pius-Hospital), Dr. Rüdiger Schönfeld (Evangelisches) und Dr. Josef Lange (European Medical School) in einem Schnelldurchlauf ihre Einrichtungen vorgestellt und auch aufgezeigt, in welchen Bereichen – wie etwa Geriatrie, Chirurgie und Hygiene – die Kliniken kooperieren, aber auch in welchen Bereichen sie sich spezialisiert haben.

Dekan Josef Lange erläuterte den Schwerpunkt der Versorgungsforschung und gab dem Minister mit auf den Weg, sich für eine Flexibilisierung der strengen deutschen Approbationsordnung für Mediziner einzusetzen, um die Studien-Abschlüsse besser mit der Partneruniversität in Groningen harmonisieren zu können. Dort werde auch in der Medizinerausbildung viel Wert auf Praxisorientierung gelegt.

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Klinikum-Geschäftsführer Dirk Tenzer wollte von dem Minister wissen, wo denn die Qualität der medizinischen Versorgung bleibe, wenn die Abrechnung über Fallpauschalen und genormte Verweildauer so generalisierte Grenzen setze. Nach Meinung von Daniel Bahr tun sich selbst Ärzte und Krankenhäuser schwer, die Frage der Qualität zu definieren. Er sprach von einer Fehlentwicklung, wenn Krankenhäuser allein die Menge als Qualitätsindikator verstünden und spielte damit auf OP-Zahlen an, die in Deutschland in bestimmten Bereichen um ein Drittel mehr gestiegen sind als in anderen europäischen Ländern.

Bahr unterstützte Erich Thunhorsts Einschätzung, dass zertifizierte Zentren ein Qualitätsmerkmal seien. Er geht davon aus, dass kleinere Häuser in der Fläche künftig via Tele-Diagnose bei speziellen Befunden mit Zentren kooperieren.

Aus Sicht von Bahr überlassen die Länder, die für Krankenhausbedarfsplanung und vor allem Krankenhausfinanzierung zuständig sind, letzteres immer mehr den gesetzlichen Krankenkassen und damit dem Bund. Mithin sollte der Bereich an den Bund gehen, um Kliniken mehr Eigenregie zu ermöglichen.

Sabine Schicke stv. Redaktionsleitung / Redaktion Oldenburg
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