Oldenburg Was wird aus dem Waffenplatz? Eine Frage, die zurzeit viele Oldenburger bewegt. Es hat den Anschein, dass bei den laufenden Arbeiten nach 1992 zum zweiten Mal eine große Chance vertan wird, den Platz attraktiv und mit hoher Aufenthaltsqualität zu gestalten.

Die Fakten:
Im Oktober 2014 stellte ein Fachdienstleiter im Bauausschuss Pläne für die Neugestaltung des Platzes vor. Zentraler Bestandteil der Präsentation war eine Visualisierung, in deren Mitte mit blau eine große Wasserfläche eingezeichnet war. Auch von zehn bis zwölf Meter hohen Wasserfontänen war die Rede, die abends schön beleuchtet werden sollten. Das stieß bei vielen Oldenburgern, die noch die ständig verdreckten Brunnen auf dem Schloßplatz vor Augen hatten, auf Skepsis.

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Glaubwürdig

bleiben

Bei der Umgestaltung des Waffenplatzes steht viel mehr auf dem Spiel als nur die Frage der Ausstattung. Geklärt werden muss, was das Wort eines Oberbürgermeister als oberster Repräsentant der Stadt wert ist. Nachträglich von Investoren für eine zugesagte Umgestaltung des Platzes Geld zu verlangen, ist nicht die feine Art. Noch ist Zeit, sich zu besinnen – notfalls mit einem politischen Beschluss.

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Rückblick:
Im Januar 2014 hatte der Oldenburger Architekt Alexis Angelis ein Neubauprojekt vorgestellt, das den Waffenplatz und das gesamte Quartier aufwerten sollte. Als Initialzündung für die weitere Entwicklung der nordwestlichen Innenstadt bezeichnete er den Neubau des Wohn-, Büro- und Geschäftskomplexes auf dem Grundstück der über Jahre hinweg verfallenen Broweleit-Häuser.

Investor war die TBM Alpha Vermögensverwaltung, 13 Millionen Euro kostete der Neubau. Der damalige Oberbürgermeister Gerd Schwandner ordnete die Vorstellung der Pläne als „wichtigen Tag für die Stadt“ ein. Das Bauprojekt sowie die flankierende Umgestaltung des Waffenplatzes durch die Stadt verwandele einen Schandfleck in ein Schmuckstück, über das das Profil der Stadt weiter geschärft werde. „Plätze sind wichtig für die Stadtentwicklung“, betonte Schwandner damals.

Im selben Jahr wurde der OB neu gewählt: Christoph Baak (CDU) verlor mit Pauken und Trompeten gegen Jürgen Krogmann (SPD), der mit dem Versprechen für ein „neues Miteinander“ antrat. Nach der Wahl verlangte Krogmann plötzlich 350 000 Euro von den Anliegern für einen gehobenen Ausbau des Platzes.

Aktuelle Situation:
Der Oberbürgermeister auf seinem Facebook-Account und die Grünen-Ratsfraktion in einer Pressemitteilung versuchen nun, die NWZ dafür verantwortlich zu machen, dass es auf dem Waffenplatz keine Wasserspiele geben wird. Dabei verkennen sie allerdings die Ausgangslage für die damaligen Diskussion, nämlich die missratene Präsentation der Planungen im Bauausschuss. In einem Kommentar hatte die NWZ die Politik und Verwaltung damals sogar ausdrücklich aufgefordert, den Blick doch mal in den Park der Gärten ans Zwischenahner Meer zu richten, wo die Kinder auf einem Spielplatz Wasser aufstauen, hochpumpen und verspritzen können.

Wie es weitergeht:
Die CDU fordert nun in einem Antrag für die nächste Sitzung des Bauausschusses zu prüfen, ob für Kinder auf dem Waffenplatz Spielmöglichkeiten geschaffen werden können. Auch ein Generationenspielplatz und ein Beleuchtungskonzept seien wünschenswert. Das Geld dafür soll von den Anliegern kommen, die „seinerzeit eine Beteiligung in Höhe von 150 000 Euro“ zugesagt hätten. Auf ein Wasserspiel könne allerdings verzichtet werden.

Nach Mitteilung der Verwaltung sind Kinderspielgeräte ohnehin Bestandteil des Ausbaus. Wo die Geräte aufgebaut werden, ist allerdings noch nicht klar. „Und beim Thema Wasser gibt es keine neue Haltung der Stadt. Wir planen den Waffenplatz ohne Wasserelemente“, schrieb Stadtsprecher Reinhard Schenke am Dienstag auf Nachfrage der NWZ.

Thomas Husmann
Redakteur
Redaktion Oldenburg

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