Oldenburg Die Anlieger der Nadorster Straße können Ankündigungen der Verwaltung nicht mehr hören. Doch viel mehr nahmen die zahlreichen Gäste der Sozialausschusssitzung auch am Dienstag nicht mit nach Hause. Immerhin: Sozialdezernentin Dagmar Sachse legte sich fest – noch im November werde die Verwaltung das Konzept für die sozialen Anlaufstellen Anliegern und Gremien vorstellen.

Im vergangenen Jahr war der geplante Umzug der Wohnungslosenhilfe von der Ehnern- in die Cloppenburger Straße krachend gescheitert. Seitdem arbeitet die Verwaltung an einer Vorlage, wie die verschiedenen Angebote in sozialen Notlagen wie Drogensucht und Wohnungslosigkeit aussehen sollen. Und vor allem: Wo die Anlaufstellen angesiedelt werden sollen.

Fest steht: Der Bereich Nadorster Straße/Heiligengeiststraße ist mit der Wohnungslosenhilfe und der Suchtberatung „Rose 12“ ein für Anlieger und Passanten unzumutbarer Brennpunkt. Die Stadt werde darauf reagieren, sicherte Dagmar Sache zu. Und zwar nicht nur räumlich, sondern auch inhaltlich: Erweiterungen „mit erheblichen finanziellen Folgen“ seien geplant, verriet die Dezernentin.

Die Gretchenfrage, wo die Beratungsstellen denn künftig unterkommen, blieb unbeantwortet. Das Konzept liege zwar vor, müsse aber noch intern abgestimmt werden.

Die Frage, wer auf welchem Weg wann über das neue Konzept informiert wird, blieb in der Ausschusssitzung offen. Möglichst gleichzeitig sollen es alle Betroffenen erfahren, hofft Dagmar Sachse. „Doch nicht alle gleichzeitig aus der Zeitung“, warf Rita Schilling (Grüne) ein. Aus Sicht der Ratsfrau ist es misslich, wenn die Gremien nicht die Ersten sind.

Unsicher ist, ob das Konzept in der nächsten Sitzung des Sozialausschusses – das Gremium tagt am Mittwoch, 28. November, 17 Uhr, Altes Rathaus – vorgestellt wird.

Der Vorschlag von Franz Norrenbrock (WFO-LKR), eine Immobilie in der Osterstraße für die Wohnungslosenhilfe zu kaufen („kurzer Weg zum Bahnhof“) hat keine Chance auf Erfolg. Denn das Gebäude sei bereits an eine private Investorin verkauft worden; dort sollen Wohnungen entstehen, informierte Dagmar Sachse.

Wie sehr Missstände wie Verschmutzung und Kriminalität die Anlieger an der Nadorster Straße belasten, machten mehrere Einwohnerfragen deutlich. Jürgen König, Vorsitzender der Werbegemeinschaft, schilderte die unhaltbaren Zustände. Er werde „jeden Tag gefragt, was nun mit der Ehnernstraße ist“, sagte König. Beate Fröhlich, Apothekerin und Vorsitzende des Sanierungsbeirates Nadorster Straße, machte deutlich: „Wir werden mit der Sanierung nur Erfolg haben, wenn wir die sozialen Probleme lösen.“

Christoph Kiefer Chefreporter / Reportage-Redaktion
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