Oldenburg Die Stadt macht Ernst mit einer Rekord-Investition in die Bäderlandschaft. Am Donnerstag befasste sich der Finanzausschuss mit dem Konzept, das die Verwaltung zusammen mit Vertretern von Ratsfraktionen, Vereinen und Schulen in den vergangenen Monaten erarbeitet hat. Nach kurzer Beratung vertagte der Finanzausschuss allerdings einen Beschluss. Vertreter aller Fraktionen betonten, das Bäderkonzept sei wesentlicher Bestandteil der Haushaltsberatungen. Darüber müsse im Zusammenhang mit anderen Projekten entschieden werden. Margrit Conty (SPD) bestätigte, dass der ursprünglich für die nächste Ratssitzung geplante Haushaltsbeschluss 2019 auf eine Sondersitzung Mitte Januar vertagt werden.
 Die sogenannte Basisvariante für ein neues Hallenbad am Flötenteich sieht Kosten von 16,2 Millionen Euro vor. Das Bad soll ein Sportbecken mit sechs 25-Meter-Bahnen, ein Lehrschwimmbecken mit Hub-Boden, ein Kursbecken mit Hub-Boden, Außenbecken, Solebecken, Eltern-Kind-Becken, Textilsauna, eine Physiotherapie und eine Gastronomie umfassen.

Offen lässt die Verwaltung, ob Kursbecken, Solebad und Physiotherapie mitgeplant werden. Ratsfraktionen hatten mit Blick auf die Kosten vor allem die Notwendigkeit eines Solebades hinterfragt.

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Nicht alles

auf einmal

Der geplante Ausbau der Bäder lässt Schwimmer, Sportler und Lehrer strahlen. Endlich die seit Jahren geforderte Verbesserung für Schwimmer! Der Oberbürgermeister hatte die politische Diskussion frei laufen lassen, so dass eine lange Liste an Verbesserungen zusammenkam. Was angesichts der gewaltigen Kosten von mehr als 26 Millionen Euro aus dem Blick gerät: Die Stadt muss für die großzügige Erweiterung jährlich etwa eine Million Euro mehr Betriebskosten verkraften.

Im Haushalt 2019 ist das Bäderkonzept vor Stadtmuseum sowie Schul- und Kitaausbau der größte Posten. Die Stadt plant Ausgaben in nie dagewesener Höhe. In den Ratsfraktionen wachsen die Zweifel, ob die Pläne in der Summe die Stadtkasse nicht überfordern. Die Zweifel sind angebracht! Zu klären ist, ob sich abspecken lässt. Oder aber eines der Großprojekte wartet ein Jahr.

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Ob und wenn ja in welcher Form am Flötenteich ein Freibad bleibt oder entsteht, ist zwischen den Fraktionen umstritten. Kalkuliert werden für eine Freibad-Neugestaltung weitere 2,2 Millionen Euro. Die Schwimmvereine wünschen sich acht statt sechs Bahnen. Auch über die Zukunft des Campingplatzes ist noch nicht entschieden. Nach den Vorstellungen der Verwaltung soll der Neubau am Flötenteich 2019 geplant und 2023 eröffnet werden.
 Rund 2,5 Millionen Euro will die Verwaltung in die Sauna-Landschaft im Olantis investieren. Da die Besucherzahl stagniert, solle die Wettbewerbsfähigkeit verbessert werden. Auch dieses Projekt soll 2019 beginnen und bis 2020 abgeschlossen sein.  Im Anschluss an Vitalbad und Olantis will die Stadt die Stadtteilbäder anfassen. Die Sanierung des Bades in Kreyenbrück (4,35 Millionen Euro) ist für 2022/24 geplant, das in Eversten (4,1 Millionen Euro) soll 2025/26 folgen.

Neben den Bau- und Planungskosten für die Schwimmbäder entstehen der Stadt Mehrkosten in Höhe von rund eine Million Euro jährlich für den Betrieb. Die Verwaltung geht davon aus, dass der Zuschuss für die Bädergesellschaft auf 3,25 Millionen Euro ab 2026 steigt. Derzeit liegt der Zuschuss bei rund 2,38 Millionen Euro im Jahr. Entscheidend für die Zuschusshöhe wird die Zahl der Vital-Bad-Besucher sein. Die Verwaltung geht von jährlich 170 000 Gästen aus.

Christoph Kiefer
Redaktionsleitung
Redaktion Oldenburg

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Olantis | SPD

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