Oldenburg Es sind gut und gern ein paar Dekaden, die zwischen den Anmeldern des Ostermarsches und den Aktiven hinter den freitäglichen Schülerdemos liegen. Am Samstag proben sie nun den Schulterschluss. Gemeinsam bestreiten Redner beider Initiativen das Programm beim diesjährigen Ostermarsch, zu dem alle Oldenburgerinnen und Oldenburger am Samstag ab 11 Uhr eingeladen sind.

Der Auftakt beider Demonstrationen findet um 11 Uhr am Brunneneck, Lange Straße mit Redebeiträgen von Fridays for Future, Amira Mohammed Ali (MdB Die Linke) und Steffen Schumann statt. Danach beginnt der Ostermarsch, die Kundgebung beginnt um 12 Uhr am Brunneneck. Es sprechen Lely Imret, ehemalige Bürgermeisterin der türkisch-kurdischen Stadt Cizre, und Gerhard Baisch, Rechtsanwalt und Mitglied im Bremer Friedensforum.

Hinter dem Marsch steht das Oldenburger Friedensbündnis. Aktiv in Person von Peter Niebuhr (79) und Ulrich Glade (71). „Wir wollen uns nicht bei der Jugend anbiedern, aber wir denken, dass es wichtig ist, seine Ziele und Auffassungen friedlich gemeinsam nach außen zu tragen“, sagt Glade. Und Niebuhr bestätigt: „Wir stehen dieser neuen Protestbewegung offen gegenüber, aber wir wollen sie keineswegs belehren.“

Und doch entdecken die beiden Parallelen: „Es ist nicht unsere Aufgabe, Ratschläge zu geben. Was wir aber wissen, ist, dass es ein Lernprozess ist, solch eine Bewegung in Gang zu setzen und zu halten“, sagt Glade. Den Beweis gab es am vergangenen Freitag, als der Schülerstreik in den Ferien eher spärlich besucht war: „Wichtig ist, sich von solchen Erlebnissen nicht entmutigen zu lassen, sondern seine eigenen Rückschlüsse daraus zu ziehen.“

Umso mehr freuen sie sich, dass sie zwei Vertreter der „Fridays-for-future“-Bewegung als Redner für Samstag gewinnen konnten. „Wir möchten den jungen Menschen auf Augenhöhe begegnen.“ Daher sind auch beide Anliegen auf dem Flugblatt präsent, das für die Demo wirbt: „Klimaschutz und Abrüstung gehören zusammen“, ist es übertitelt. Abrüstung ist die traditionelle Forderung der Ostermärsche, ebenso wie der Verzicht auf Waffenexporte sowie friedliche Lösungen in internationalen Konflikten. Doch wie passt das mit Klimaschutz zusammen? „Wenn man sich allein mal überlegt, welche Mittel frei würden, wenn sie nicht mehr für Rüstung ausgegeben würden“, sagt Glade. Und Niebuhr fügt hinzu: „Der Klimawandel und kriegerische Konflikte sind beides Fluchtursachen, die es zu beenden gilt.“ Daher fordert das Friedensbündnis nicht nur dazu auf, den Appell an die Bundesregierung, das UN-Atomwaffenverbot zu unterzeichnen, zu unterschreiben, sondern richtet sich auch ganz konkret an die Arbeit vor Ort: „Oldenburg ist Mitglied bei ,Mayors for Peace’ “, sagt Glade. Zu deutsch: Bürgermeister für den Frieden. Die Stadt Oldenburg ist bereits im Jahr 1987 dem „Programm zur Förderung der Solidarität der Städte mit dem Ziel der vollständigen Abschaffung von Atomwaffen“ beigetreten, so ist es auf der Internetseite der Stadt nachzulesen. „Da wäre es doch schön, sich in dem Bündnis aktiver einzubringen“, sagt Glade.

Mareike Weberink Redakteurin / Redaktion Oldenburg
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