Oldenburg Prof. Dr. Uwe Meiners ist neuer Präsident der Oldenburgischen Landschaft. Die Landschaftsversammlung wählte den 66-Jährigen am Freitag im Alten Oldenburgischen Landtag einstimmig. Meiners folgt auf Thomas Kossendey (71), der sein Amt vorzeitig zur Verfügung gestellt hatte.

Kossendey hatte das Amt des Landschaftspräsidenten seit 2011 inne. Um die Kompetenz des früheren Museumsleiters Meiners für das Oldenburger Land nutzbar zu machen, habe er sich entschlossen, sein Amt vorzeitig zur Verfügung zu stellen, sagte Kossendey. Meiners war im vergangenen Jahr als Leiter des Museumsdorfs Cloppenburg in den Ruhestand verabschiedet worden. Kossendeys Amtszeit hätte in zwei Jahren regulär geendet. Einstimmig wählte die Landschaftsversammlung unter der Leitung von Landschafts-Vizepräsident Dr. Stephan Siemer und in Anwesenheit des Wissenschaftsministers Björn Thümler den scheidenden Landschaftspräsidenten Kossendey zum Ehrenmitglied.

Die Oldenburgische Landschaft ist ein Verband, der die Kultur des Oldenburger Landes fördert und an seine Geschichte erinnert. Das Wort Landschaft kommt vom niederdeutschen Landskup und bedeutet die Versammlung der Landstände (Adel, Stadtbürger und Bauern). Ihr gehören die sechs Kreise und drei kreisfreien Städte des ehemaligen Landes Oldenburg an. Das Amt des Präsidenten ist ein Ehrenamt.

Die Landschaftsversammlung hatte zuvor eine Premiere erlebt: Die Bigband des Landkreises Cloppenburg (gebildet aus Schülern der Gymnasien Cloppenburg, Löningen, Ramsloh und Friesoythe) umrahmten die Landschaftsversammlung nicht nur musikalisch. Sie gab auch eine Premiere. Dirigent Thomas Stanko hatte eine Version der Oldenburg-Hymne „Heil dir, o Oldenburg“ für Jazz-Bigband geschrieben (Cäcilie meets Oldenburg). Die jazzige Version mit viel Bläser- und Rhythmus-Dominanz gefiel den mehr als 250 Teilnehmern der Landschaftsversammlung. Stehend applaudierten sie den jungen Musikern und dem Dirigenten.

Und Ehrungen hatte es auch gegeben. Die mit 1000 Euro dotierten Förderpreise der Oldenburgischen Landschaft gingen an die Theatergruppe „Eigen-Regie“ in Friesoythe und den Landwirtschaftlichen Verein Lastrup-Hemmelte-Peheim.

Zuvor hatte der scheidende Präsident Thomas Kossendey einen Bericht über die Arbeit der Oldenburgischen Landschaft gegeben. Seine Intention sei es gewesen, die Menschen wissen zu lassen, „wo der Ursprung der Kultur des Oldenburger Landes ist“. Im vergangenen Jahr sei das unter anderem mit den Veranstaltungen zum Matrosenaufstand und dem 9. November 1918 erfolgt. An dem Interesse der Einzelmitglieder für die Veranstaltungen zum Kulturerbe Oldenburger Land sei deutlich geworden, „dass die Menschen ihre kulturelle Heimat Oldenburger Land mitgestalten wollen“. Für ihn gebe es aber auch einen anderen Grund, Kulturarbeit zu fördern: „Gerade in Zeiten, in denen an den politischen Rändern das anständige Streiten um bessere Lösungen immer mehr unter die Räder kommen, kann Kultur helfen, auf den Weg eines anständigen demokratischen Diskurses zurückzukommen“, sagte Kossendey unter Beifall.

Kossendey begrüßte seinen Nachfolger Uwe Meiners, der für sein ruhiges und engagiertes kulturelle Engagement bekannt sei. Um seine Kompetenz und seine Erfahrung möglichst schnell für das Präsidentenamt zu nutzen, habe er sich zum vorzeitigen Rückzug vom Präsidentenamt entschlossen. Er verabschiede sich von einem der schönsten Ämter, das im Oldenburger Land vergeben wird, „aber ich versichere Ihnen, dass ich mich nicht von den Ideen verabschieden werde, die dahinterstehen“.

Geschäftsführer Dr. Michael Brandt gab einen Überblick über die Förderinstrumente der Landschaft. Rechne man die Förderinstrumente zusammen (Oldenburgische Landschaft aus Eigenmitteln, Regionalbanken und Landesmittel, die die Landschaft im Auftrag des Landes vergibt, ergebe sich eine Fördersumme von mehr als 600000 Euro jährlich. Eine weitere Wahl war notwendig. Weil Meiners bislang Vertreter der Einzelmitglieder im Vorstand gewesen war, musste ein Nachfolger gewählt werden. Es wurde Benno Schulz gewählt, der das Projekt Novemberrevolution verantwortet hatte.

Hans Begerow Leitung / Politik/Region
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