Oldenburg /Niedersachsen Als „Anwalt der sozial Benachteiligen“ bezeichnet Friedrich Stubbe den VdK-Verband. Stubbe ist Landesvorsitzender des VdK in Niedersachsen-Bremen und berichtet von einem Erfolg in 2018: Nachzahlungen von rund sieben Millionen Euro konnten für die Mitglieder erstritten werden – 30 000 Euro mehr als noch in 2017. Dabei handele es sich laut Stubbe keineswegs um einen „Gnadenakt des Staates“, vielmehr seien das gesetzlich begründete Leistungsansprüche. Ämter, Behörden und Sozialversicherungsträger lehnten Anträge auf Sozialleistungen immer häufiger erst einmal ab, bemängelt der VdK.

Eine Mitgliedschaft beim Sozialverband kostet pro Monat 6,35 für Einzelmitglieder, 9,50 Euro für (Ehe-)Paare und Alleinerziehende mit Kindern sowie 11 Euro für die ganze Familie. Wer Mitglied ist und Probleme mit dem Sozialrecht hat – sei es, weil Reformen verwirren, ein Pflegegrad oder die Rentenansprüche nicht anerkannt werden oder weil eine Rehamaßnahme nicht genehmigt wird – kann sich, wenn nötig, vor dem Sozialgericht vertreten lassen.

„In den Beratungen werden besonders häufig die Themen Erwerbsminderungsrente und Anerkennung einer Schwerbehinderung nachgefragt“, weiß auch die Pressesprecherin des VdK, Christina Diekmann. Häufig sei es so, dass den Antragstellern zunächst Sozialleistungen entgehen, die ihnen laut Gesetz eigentlich zustehen. Dies geschehe vermehrt im Bereich der Pflegeversicherung. „Oftmals wissen Betroffene nicht, auf welche Leistungen sie überhaupt Anspruch haben. Hier fehlen schlicht eine bessere Aufklärung und leicht verständliche Informationen“, mahnt Diekmann an.

Doch die Chancen, das entgangene Geld wiederzubekommen, stehen gut, wie sie erklärt: „Positive Verfahren verzeichnen wir im Schwerbehindertenrecht, wenn es um einen höheren Grad der Behinderung geht, außerdem bei Rehabilitationsleistungen und im Bereich der Pflege.“ Allein im Jahr 2017 hätten beispielsweise die Krankenkassen etwa jeden fünften Antrag auf eine Reha-Maßnahme zunächst abgelehnt. Im Widerspruchs- oder Klageverfahren seien dann aber knapp die Hälfte noch bewilligt worden.

Imke Harms Volontärin, 2. Ausbildungsjahr / NWZ-Redaktion
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