Oldenburg Dürfen die Gemeinnützigen Werkstätten in der Mohrmann-Halle am Pferdemarkt ein Restaurant eröffnen? Der seit Monaten diskutierte Vorschlag von Werkstätten-Chef Gerhard Wessels kommt nicht voran. Im Rat ist derzeit keine Mehrheit für das Projekt in Sicht. Es ist noch nicht einmal sicher, ob die Stadt die Immobilie überhaupt zum Verkauf stellt.

Grund ist ein Grummeln im Rat über das Vorgehen der Stadtverwaltung. Bei den Grünen stößt die Ankündigung von Oberbürgermeister Jürgen Krogmann, die sanierungsbedürftige Halle über ein Bieter-Verfahren zu veräußern, rundweg auf Ablehnung. Tafelsilber solle nicht verscherbelt werden, heißt es in einer Mitteilung von Fraktionssprecherin Rita Schilling. Ein inklusives Restaurant in Innenstadtlage sei zwar eine „hervorragende Idee“. Doch sie wolle nicht glauben, dass die Halle („einzigartiger öffentlicher Ort der kulturellen Begegnung“) der einzige denkbare Ort dafür sei.

Auch SPD und CDU geben sich betont zurückhaltend. „Wir sind offen für ein Bieter-Verfahren“, sagte Fraktionschef Bernd Bischoff am Freitag. „Aber wir werden uns danach erst die Konzepte anschauen und überlegen. Es ist nicht sicher, dass wir einem Verkauf zustimmen.“ CDU-Fraktionssprecher Olaf Klaukien hat zwar kein Problem mit einem Bieter-Verfahren. „Aber ob wir einem Verkauf zustimmen, weiß ich nicht. Wir haben in der Fraktion unterschiedliche Positionen.“

Werkstätten-Chef Wessels wiederholte derweil seine Einladung, mit dem Bauwerk-Verein zusammenzuarbeiten. „Sollten wir den Zuschlag bekommen, werden wir die Halle für andere Interessierte öffnen“, sagte Wessels der NWZ.

Die Ankündigung der Werkstätten, in der Halle ein Restaurant mit Arbeitsplätzen für Menschen mit Behinderungen schaffen zu wollen, hatte zunächst Kritik des Bauwerk-Vereins ausgelöst. Das Gebäude müsse der freien Kulturszene erhalten bleiben. Es wird erwogen, selbst ein Angebot vorzulegen. Kaufinteresse bekundet auch Filmfest-Chef Torsten Neumann.

Christoph Kiefer Redaktionsleitung / Redaktion Oldenburg
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