Oldenburg Der Kulturausschuss hat am Dienstagabend die mit Spannung erwartete Entscheidung zum Stadtmuseum vertagt. Mit sechs zu fünf Stimmen votierte eine Mehrheit von CDU, Grünen und Linke gegen den Grundsatzbeschluss zum Bau des 17-Millionen-Projektes. Vergeblich hatten Oberbürgermeister Jürgen Krogmann sowie Vertreter der SPD und FDP für ein Bekenntnis zu dem Neubau geworben.

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Kurt Bernhardt (Grüne) begrüßte das Projekt grundsätzlich. Seiner Fraktion fehlten aber wichtige Detailinformationen, darunter zu den Betriebskosten. Auch  Michael Schilling (CDU) forderte eine genauere Übersicht, welche Aufgaben von welchen Museumsmitarbeitern übernommen werden und welche Kosten möglicherweise durch den Betrieb entstehen. Die Linke hatte sich bereits klar gegen den vorliegenden Architekturentwurf ausgesprochen.

Die Verwaltung hatte noch kurz vor der Sitzung Informationen zu den laufenden Kosten verteilt. Den kritischen Fraktionen genügte die Aufstellung aber nicht.

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Neues Fenster

Zuvor hatten Ulrich Helpertz vom städtischen Eigenbetrieb Gebäudewirtschaft und Hochbau die Änderungen an dem Sieger-Entwurf des Architektenwettbewerbs erläutert. Kleine Korrekturen hat das Büro GME aus Achim an der Aufteilung im Erdgeschoss vorgenommen. Der Kassenbereich wandert an die Seite, das Café soll mit einer mobilen Wand abtrennbar sein. Dadurch entsteht eine großzügige Fläche für Aktionen. In der vorderen Fassade soll zudem ein größeres Fenster entstehen, das der erste Entwurf noch nicht vorgesehen hatte. Im Keller entfallen gegenüber dem ersten Entwurf aufwändige Umbauten. Helpertz: „Die waren nicht notwendig, machten das Projekt aber teurer.“ Helpertz wies auch auf den Museumsvorplatz hin, der, mit Lichtelementen gestaltet, einen optischen Akzent vor dem Museumszugang bildet. Die Leiterin der Museen, Nicole Deufel, lobte den Entwurf als hervorragend geeignet und erläuterte das – allerdings noch unfertige – Gestaltungskonzept.

Kritisch gegenüber den Plänen äußerte sich Martina van de Gey vom Bund Bildender Künstlerinnen und Künstler. Sie forderte eine feste Fläche für Ausstellungen.

Krogmann verwies auf die Möglichkeit, eine der jährlich drei Wechselausstellungen den Arbeiten der Künstler zu widmen. Eine feste Fläche widerspräche aber den Kriterien für die Bundesförderung. Der Bund hat einen Zuschuss über 8,5 Millionen Euro in Aussicht gestellt. Die Grünen zeigten Verständnis für die Forderung der Künstler und begründeten ihre Ablehnung auch mit dem Wunsch, die Einbeziehung des BBK vorab zu klären.

Entscheidung Ende Mai

Zahlreiche Vertreter von kulturtreibenden und -unterstützenden Vereinen hatten die Debatte verfolgt. Eine von Michael Schilling (CDU) zunächst ins Spiel gebrachte Sondersitzung am kommenden Montag vor der Abstimmung im Rat fand keine Unterstützung. Stattdessen wurde der Grundsatzbeschluss auf die nächste Kulturausschusssitzung am 21. Mai vertagt. Der Rat könnte dann am 27. Mai den entscheidenden Beschluss fassen – oder verwerfen.

Christoph Kiefer Chefreporter / Reportage-Redaktion
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