Oldenburg Volles Haus in der Kulturetage: Mehr als 500 Gäste kamen am Samstag zu Christian Lindner, und der Bundesvorsitzender der FDP redete mehr als eine Stunde auf sie ein. Geschliffene Rhetorik, markante Gesten und ab und zu Humoriges begleiteten den Vortrag. Er ließ kein gutes Haar an den Zielen der anderen Parteien, davon wurden auch seine eventuellen Koalitionspartner nicht verschont.

Torsten Kuck vom Ortsverband Bad Zwischenahn fand, dass die Europapolitik bei Lindner zu kurz gekommen sei. Er wünschte sich mehr Wirtschafts- und Steuerpolitik. Von der Masse der FDP-Fans bekam Lindner viel Zuspruch. Stürmischen Applaus gab es nach jeder konkreten Forderung des Spitzenpolitikers. Zwei junge Menschen bestätigten auch die „tolle Rhetorik“ des Westfalen. „Aber ich hätte gern noch gehört, wie sich der Vorsitzende die Finanzierung seiner Idee vorstellt, das habe ich vermisst“, meinte der 22-jährige Christian Schliep.

Lindner empfahl den Anwesenden vor dem Urnengang am 15. Oktober sich die Frage zu stellen: Was bin ich für ein Mensch? Und man möge in sich hinein hören. Wenn die Antwort sei: Ich bin ein vernünftiger Mensch, tolerant und verantwortungsbewusst, dann müsse man die FDP wählen. Seine Ideen für die Bundespolitik wolle er auch auf die Landtagswahl in Niedersachsen übertragen wissen. Die Schulpolitik, als Aufgabe der Länder, sei desaströs, die Förderschulen sollten erhalten bleiben und mehr Lehrer eingestellt werden. Im Rahmen der Schulpolitik gab er den Zuhörenden den Rat: „Wenn Sie zum Beispiel als mittelmäßiger Jurist nicht frühzeitig den Sprung in den Bundestag schaffen, sollen sie wenigstens die Möglichkeit haben, sich während der beruflichen Tätigkeit qualifiziert weiterzubilden“, so der Jurist, der für die Öffnung der Fachhochschulen und Universitäten für nebenberufliche Weiterbildung plädierte. „Keine Biografie darf eine Sackgasse werden, aus der man sich nicht befreien kann“, postulierte der Liberale. Es sei inzwischen bei vielen prominenten Politikern und auch Wirtschaftsgrößen bis hin zu Medizinern modern geworden, damit zu prahlen, dass man „schon einmal“ sitzengeblieben sei oder einen Schulabschluss nicht geschafft hätte. „Glänzen Sie mehr damit, dass sie große Leistungen erbracht haben“, forderte er das Publikum auf. Als Beispiel nannte er Emmanuel Macron. Der Staatspräsident Frankreichs würde sich damit rühmen, dass er am Konservatorium in Amien sehr erfolgreich Klavier spielen gelernt hätte.

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Die Digitalisierung war auch – wie bei den anderen Parteien – ein großes Thema. „Die Digitalisierung in Deutschland wird zukünftig unsere Wertschöpfung bestimmen, also müssen wir klotzen nicht kleckern“, so Lindner. Im Moment sei Deutschland hinten dran. Umweltpolitik müsse mit dem Menschen gehen und unternehmerisch tragbare Lösungen geschaffen werden.

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