Oldenburg Ein schöneres Geschenk hätte die Stadt Oldenburg ihrem aktuellen Grünkohlkönig Robert Habeck nicht machen können: Das Ergebnis der Grünen bei der Europawahl am Sonntag ist mit 35,7 Prozent verglichen mit anderen Kommunen in Niedersachsen ein Spitzenwert. In Lüneburg kommen die Grünen auf 35,4 Prozent. Selbst eine weitere Hochburg der Grünen, Göttingen, liegt mit 34,8 Prozent dahinter. Der Bundesvorsitzende der Grünen kann stolz auf sein Grünkohl-Volk sein. Oldenburg führt zusammen mit Freiburg (38,5 Prozent), Münster (36,6 Prozent) und Heidelberg (36,2 Prozent) die Top-Ten-Liste der Grünen-Hochburgen an.

Sebastian Beer sieht in dem Erfolg die kommunalpolitische Arbeit und die Positionen der Grünen beim Umwelt- und Klimaschutz bestätigt. „Wir reiten in Oldenburg zwar auf der Welle des Bundestrends“, sagte der Ratsfraktionssprecher am Montag. „Aber wir liegen darüber.“ Beer führt dies auf kommunalpolitische Einflüsse zurück wie die geplante Bebauung des Weißenmoor oder der Bau einer Straße nach Wechloy. „Die Leute wissen: Man müsste mehr tun für den Umweltschutz, als es die große Koalition in Oldenburg macht.“

PDF-Grafik: Tops und Flops in den Wahlbezirken

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Briefwähler-Rekord

Die Grünen hatten am Sonntag ein Plus von 14,2 Prozent – das sind 17 138 Stimmen mehr – erzielt. Zum Vergleich: SPD und CDU zusammen kamen auf 30 415 Stimmen – nur 478 Stimmen mehr als die Grünen allein (29 937). Das schlechteste Grünen-Ergebnis im Wahlbezirk 504, Grundschule Bümmerstede, liegt mit 23,5 Prozent noch über dem Ergebnis auf Stadtebene von SPD und CDU. Im Wahlbezirk 104, Neues Gymnasium, stimmte fast jeder Zweite für die Grünen (49,2 Prozent) – das höchste Einzelergebnis in Oldenburg.

Landesweit ganz vorn liegt Oldenburg auch bei der Wahlbeteiligung. Mit 65 Prozent kommt die Stadt hinter dem Landkreis Grafschaft Bentheim (67,2 Prozent) bei den Kreisen und kreisfreien Städten auf den zweiten Platz. 84 195 Oldenburgerinnen und Oldenburger gaben ihre Stimme ab; 24 279 mehr als vor fünf Jahren (Wahlbeteiligung 2014: 47,4 Prozent). Mit 17 826 erreichte die Zahl der Briefwählerinnen und Briefwähler einen Höchststand.

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Die hohe Wahlbeteiligung ist auch der Grund, warum die CDU zwar 255 Stimmen mehr erzielte, aber mit einem Minus von 7,3 Prozentpunkten schlechter abschnitt als 2014. Der AfD erging es ähnlich: Hier steht einem Zuwachs von 1059 Stimmen ein Minus von 0,4 Punkten gegenüber.

Starke „Sonstige“

Mit 7,9 Prozent sind die „Sonstigen“ eine beachtliche Größe im Wahlergebnis. Von den mehr als 30 kleinen Parteien ist „Die Partei“ mit 3148 Stimmen (3,8 Prozent) die größte. Die Satirepartei um Martin Sonneborn liegt in Oldenburg über dem Bundesergebnis (2,4 Prozent). Im Büsingstift, dem Wahllokal mit ihrem besten Ergebnis, waren die Satiriker mit 9,0 Prozent nach Grünen, SPD und CDU viertstärkste Kraft.

Bei der Wahl am Sonntag waren die Grünen mit 35,7 Prozent (plus 14,2 Prozentpunkte gegenüber der Europawahl 2014) stärkste Kraft geworden. Die SPD stürzte um 12,6 Punkte auf 17,2 Prozent ab. Die CDU verlor 7,3 Punkte (19,1 Prozent).

Die hohe Beteiligung führte dazu, dass in einigen Wahllokalen die Stimmzettel ausgingen. „Überwiegend konnten wir rechtzeitig nachliefern, bei zwei Wahllokalen gab es einige Minuten keine Stimmzettel mehr“, erläuterte ein Sprecher der Stadt; unter anderem in den beiden Wahlbezirken Seniorenwohnstift Langenweg. Hinweise eines NWZ-Lesers, einige Wähler hätten daraufhin das Wahllokal verlassen ohne zu wählen, bestätigte die Stadt nicht. Alle Wähler hätten rechtzeitig ihre Stimmen abgeben können.


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Christoph Kiefer Chefreporter / Reportage-Redaktion
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