Betrifft: „In der Fahrradstadt läuft’s nicht rund“ (NWZ vom 19. April), und weitere Berichte zu den Radwegen.

(...) Oldenburg war vielleicht mal vor 50 Jahren fahrradfreundlich (...) Die Großzügigkeit der Radwege- und Radleitplanung endet spätestens an der hierfür notwendigen Raumreduktion für das Auto. (...) Solange die grundsätzliche Haltung „den Autos keinen Platz nehmen“ in der Verwaltung gilt, ist alles hinsichtlich eines Radverkehrkonzeptes Augenwischerei. Solange wird es nicht möglich sein, Radwege in Fahrbahnbreite die Nadorster Straße entlang, vom Pferdemarkt bis hin zur Nordtangente zu bauen, solange wird die Nadorster Straße eine in beide Richtungen befahrbare Autostraße bleiben, solange wird es keine eigene Busspur auf der Nadorster geben, keine Einbahnstraßenregelung der Nadorster und keine Einbahnstraßenregelung korrespondierend mit der Alexanderstraße, keine Verkehrslenkung über den Abschnitt Nordtangente-Auffahrt Nadorst Richtung Emden-Abfahrt Bürgerfelde stadteinwärts. (...)

Jüngst wurde in der NWZ über Pläne der Verwaltung berichtet, die „Gertrudenspinne“ zu entschärfen, ein wirklich gefährlicher Knotenpunkt (...). Auch hier zeigte sich, dass die Berichterstattung über das konzeptuelle Denken der Verwaltung nahelegte, dass die Verwaltung auch an dieser Stelle kein Konzept hat. Statt sich grundsätzlich zu überlegen, wie die vielfältigen Radfahrströme gelenkt werden könnten, wurde lediglich auf eine zusätzliche Fahrbahnquerung hingewiesen, wobei gleich betont wurde, dass der Autoverkehr hierunter keinesfalls leiden würde. (...)

Christoph Frenken Oldenburg

 Kaum ein Thema wird so leidenschaftlich diskutiert wie der Zustand der Oldenburgischen Radwege und die üblicherweise unterirdischen Umgangsformen zwischen Rad- und Autofahrern. (...)

Die Sachlage sieht ja weitgehend unbestritten so aus: die Option des Autoverkehrs ist nur so lange eine gute, wie es wenige Autos gibt. Dies ist jedoch seit 1970 nicht mehr der Fall. (...) wer ernsthaft an dieses Problem herangeht, stellt fest, dass eine achtspurige Nadorster oder Cloppenburger Straße nicht die Lösung sein kann. Hier ist etwas ganz anderes gefragt als mit dem Zollstock die Radwegbreite oder die Tiefe von Straßendellen zu vermessen.

Etwas viel schlimmeres: Das beschauliche Oldenburg muss seine Komfortzone verlassen. (...) Konkrete Beispiele gefällig? Gerne: die Donnerschweer Straße wird eine Einbahnstraße rein und die Nadorster eine Einbahnstraße raus. Cloppenburger Straße rein, Bremer Heerstraße raus. Und so weiter. Daneben 2,40 Meter breite Radwege, Parkplätze sowie Abbiegespuren – und die heute toten Hauptverkehrsstraßen haben nebenbei eine echte Chance zur Wiederbelebung.

Radschnellstraßen von Ofenerdiek, Tweelbäke und weiß ich woher in die Innenstadt; mit dem E-Bike geht das schneller als mit dem Auto. Wer das als Politiker anfassen will, braucht (...) den Mut, Fehler zu machen. Das Ziel ist ein großes: Allen Oldenburgern dauerhaft eine verkehrsfreundliche Stadt anzubieten.

Jens Glaser Oldenburg

Meine Themen: Verpassen Sie keine für Sie wichtige Meldung mehr!

So erstellen Sie sich Ihre persönliche Nachrichtenseite:

  1. Registrieren Sie sich auf NWZonline bzw. melden Sie sich an, wenn Sie schon einen Zugang haben.
  2. Unter jedem Artikel finden Sie ausgewählte Themen, denen Sie folgen können.
  3. Per Klick aktivieren Sie ein Thema, die Auswahl färbt sich blau. Sie können es jederzeit auch wieder per Klick deaktivieren.
  4. Nun finden Sie auf Ihrer persönlichen Übersichtsseite alle passenden Artikel zu Ihrer Auswahl.

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.