Oldenburg Die scharfen Angriffe des früheren CDU-Vorsitzenden Matthias Baumann gegen CDU-Partei- und Fraktionschef Olaf Klaukien im Zusammenhang mit der Bahndebatte (NWZ  berichtete) rufen ein lebhaftes Echo hervor. Klaukien wirft Baumann in einer Erwiderung vor, die Sachverhalte zu verdrehen. Es gebe einen Fraktionsbeschluss von November 2012, sich für eine Trasse einzusetzen. Die Forderung, eine Umgehung zu prüfen, sei bei zwei Parteitagen mit großer Mehrheit beschlossen worden. An diesem Freitag beschäftigt sich die Fraktion erneut mit dem Thema. „Ich werde vorschlagen, den vergangene Woche besprochenen Weg fortzusetzen“, so Klaukien.

Der Kreisvorsitzende der Kommunalpolitischen Vereinigung, Friedrich-Wilhelm Wehrmeyer, nennt die Äußerung Baumanns „peinliche Entgleisungen eines schlechten Verlierers“. Baumann verschweige, dass sich der CDU-Kreisverband auf zwei Parteitagen und zusätzlich auf einer für alle CDU-Mitglieder öffentlichen Kreisausschusssitzung mit dem Thema befasst habe. Es habe wenig mit innerparteilicher Demokratie zu tun, wenn man bei einer Abstimmung unterlegen sei und anschließend die Mehrheit als Randgruppe diffamiere.

Unterstützung erhält Klaukien auch von der CDU-Mittelstandsvereinigung. Vorsitzende Rita van Döllen mahnt an, die Gutachten zu prüfen. Die vorliegenden Ergebnisse reichten für eine abschließende Bewertung der Kostenfrage nicht aus. Geprüft werden müssten zudem Faktoren wie sinkende Immobilienpreise an der Bahn. Der Kurs der Fraktion, die Langfassung abzuwarten, sei richtig.

Unterstützung erhält Kritiker Baumann dagegen von Hans-Jürgen Klarmann, der die CDU-Ratsfraktion 17 Jahre geführt hat. „Wir haben immer vertreten, dass eine Güterverkehrtrasse geprüft wird“, sagte er der NWZ . Das sei geschehen – und die Gutachten ließen erkennen, „dass es vorbei ist mit den Chancen auf einen Bau“.

Es komme jetzt darauf an, „die CDU auf einen realistischen Kurs zu führen, um für die Menschen an der Bestandsstrecke Lärmschutz zu erreichen“. Wenn Fraktions- und Parteichef Klaukien damit überfordert sei, „muss er die Konsequenzen ziehen“.

Klaukien lasse sich von Wortführern der Umfahrung vorführen und nehme dafür in Kauf, dass die CDU-Fraktion sich aufspalte und das Bild der Partei leide. „Das ist nicht länger hinnehmbar.“

Ebenfalls kritisch äußern sich die Industrie- und Handelskammer (IHK) sowie die Junge Union. Die Kammer erneuert ihren Appell an die Stadt, „endlich den Weg für einen Ausbau der Stadtstrecke freizumachen“. Der Bau einer Umfahrung würde viele Millionen Euro mehr kosten, neue Betroffenheiten von Mensch und Natur im Stadtgebiet schaffen und den Lärmschutz an der Stadtstrecke aufs Spiel setzen, so Felix Jahn, IHK-Geschäftsführer für Verkehr und Schifffahrt.

Die Junge Union sieht in den Gutachten „klare Argumente für die Nutzung der Stadtstrecke“. Kosten und Nutzen einer Trasse stünden in keinem sinnvollen Verhältnis zueinander, teilt Kreisvorsitzender Tim Harders mit.

Der geschäftsführende CDU-Kreisvorstand hat indes Forderungen nach einem Parteitag zur Trasse abgelehnt. Der Vorstand werde „zum gegebenen Zeitpunkt“ dazu einladen, heißt es in einem Beschluss vom Mittwochabend. Zudem weist der Vorstand „Verunglimpfung“ von Trassenbefürwortern zurück.

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