Oldenburg Trotz Sonnenschein und lauen Temperaturen war es am Donnerstagvormittag recht ruhig auf Schaukeln, Rutschen und Klettergerüsten der städtischen Kitas sowie Horte. Denn der Arbeitsstreik der Erzieherinnen ging in die nächste Runde. Die Kindertagesstätte an der Kurlandallee sowie der Hort Dietrichsfeld waren komplett geschlossen. Einen Notdienst boten die Betreuungseinrichtungen an der Cloppenburger Straße, Harreweg, Kennedystraße, Klingenbergstraße, Sperberweg, Schramperweg und die Kita Eschenplatz und Dietrichsfeld an. Wer einen Betreuungsplatz in der Ernst-Löwenstein-Straße oder in der Krippe Liliput oder Achtermöhlen hat, wusste seine Kinder auch am Donnerstag gut betreut, da diese städtischen Einrichtungen nicht vom Streik betroffen waren.

Bereits am 19. März und am 8. April hatte Verdi zum Streik aufgerufen und viele Oldenburger Erzieherinnen folgten (NWZ  berichtete). Die Erzieherinnen der städtischen Kindergärten äußerten sich auf NWZ-Anfrage zum gestrigen Streik nicht: „Wir haben Anweisungen bekommen, da wir bei der Stadt angestellt sind“, hieß es.

Auch Eltern und Großeltern wollten sich nur ungern äußern. „Ich hole meine Enkeltochter selten ab. Näheres zum Streik weiß ich nicht“, erzählte eine Großmutter, die ihre Enkelin bei der Kita Klingenbergstraße abholte.

Anonym bleiben wollte auch ein Vater, der seine Tochter vom Notdienst der Kindertagesstätte an der Cloppenburger Straße abholte. „Ich finde den Streik nicht schlimm. Es handelt sich ja nur um einen Tag. Ich habe heute frei und kann meine Tochter früher abholen.“ Es sei das Recht der Erzieherinnen zu streiken, sagte er. Auch wenn die Kita Biberburg, An der Großen Wisch, nicht an dem Streik beteiligt war, da es sich um keine städtische Einrichtung handelt, machte sich die Mutter einer Zweieinhalbjährigen ihre Gedanken: „Wenn ich von dem Streik betroffen wäre, müsste ich mir Urlaub nehmen, denn Großeltern könnten nicht einspringen. Sie sind zu alt und wohnen eineinhalb Stunden entfernt“, erzählt die Sandkrugerin. Sie habe zwar Verständnis, dass gestreikt wird, es sei aber für sie ein Auswahlkriterium bei der Wahl der Kita. „Da es beim Arbeitgeber nicht gut ankommt, wenn ich mir wegen Streiks zu oft freinehmen muss“, erklärte sie.

Genaue Zahlen, wie viele Erzieherinnen an dem Streik teilnahmen, lagen der Stadt Oldenburg bis Donnerstagabend nicht vor, teile Stadtsprecherin Swantje Engel mit. Christian Busch, Gewerkschaftssekretär von Verdi teilte mit, dass rund 400 Angestellte aus Oldenburg und Umland gestreikt hätten. Die Eltern seien durch Briefe und Informationsveranstaltungen über den anstehenden Streik aufgeklärt worden, so Busch weiter. „Sowohl Unmut als auch Verständnis brachten die Eltern uns bei der Infoveranstaltung entgegen“, erklärte der Gewerkschaftssekretär.

Nächste Woche gehen die Verhandlungen weiter. Verdi fordert unter anderem eine durchschnittliche Lohnerhöhung von zehn Prozent für Erzieherinnen und Sozialarbeiter. Andernfalls sei mit weiteren Streiks zu rechnen.

Sophie Schwarz Volontärin / NWZ-Redaktion
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