Oldenburg /Jever /Varel Drei Wochen nach dem jüngsten Warnstreik Mitte April müssen Eltern ab dem morgigen Freitag erneut mit Einschränkungen im Kita-Betrieb rechnen. Mehrere kommunale Einrichtungen sind betroffen. Welche genau, lassen die Stadt als Betreiberin und die Gewerkschaft Verdi offen.

„Wir können nicht genau vorhersagen, wie viele Erzieherinnen sich beteiligen“, erklärte Christian Busch am Mittwoch. Der Verdi-Mitarbeiter berichtete, die Streikbereitschaft sei zwar hoch. „Allerdings erhalten Beschäftigte kein Geld, wenn sie streiken – und einen Verzicht kann sich nicht jeder leisten, gerade bei einem unbefristeten Ausstand.“ Da die Gewerkschaft Mitgliedern für Streiktage Lohnersatz zahle, registriere Verdi derzeit zahlreiche Eintritte, berichtete Busch.

Jever: Streik stellt Eltern vor große Probleme

Ob die Stadt überall Notbetreuung anbieten kann, ist unklar. Die Vorbereitungen liefen, hieß es. Gerade bei einem längeren Streik sind Probleme aber nicht auszuschließen.

Nach Einschätzung von Rupprecht Siebecke, Anwalt für Arbeitsrecht in der Kanzlei Niewerth-Baumann, können Eltern anteilig Kita-Gebühren zurückfordern, wenn die Stadt keine angemessene Ersatzbetreuung biete. „Die Stadt ist in der Pflicht, für Alternativen zu sorgen“, sagte Siebecke der NWZ. „Ansonsten können Eltern Geld für nichterbrachte Leistung zurückfordern.“

Interview mit Jevers Elternrat

Nach Verdi-Angaben erstatten zum Beispiel die Gemeinden Hatten und Rastede Eltern in diesen Fällen Kita-Beiträge. „Das läuft auf freiwilliger Basis und ist Teil der Öffentlichkeitsarbeit“, sagte Busch. Die Stadt Oldenburg wollte sich am Mittwoch nicht festlegen, wie sie mit entsprechenden Forderungen der Eltern verfahren will.

Der Stadtelternrat hat Verständnis für die Unzufriedenheit der Erzieherinnen. „Viele Eltern sind aber darauf angewiesen, ihr Kind abgeben zu können“, sagte Katrin Heesemann vom Vorstand der Elternvertretung. Ausfälle an einzelnen Streiktagen ließen sich oft noch durch Familienangehörige oder Bekannte überbrücken. „Aber diese Möglichkeiten reichen irgendwann nicht mehr aus.“

Varel: Harte Zeiten für Eltern und Kinder

Heesemann erwartet von der Stadt, dass sie eine Notbetreuung in gewohnter Umgebung ermöglicht – besonders für Kinder unter drei Jahren.

Nach Auszählung der Verdi-Urabstimmung kommt es ab Freitag bundesweit zu unbefristeten Streiks in Kitas.

Christoph Kiefer Chefreporter / Reportage-Redaktion
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