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Aktualisiert vor 9 Minuten.

Politikerin aus dem Nordwesten
Siemtje Möller soll Staatssekretärin werden

Oldenburg Vier Kandidaten, vier Persönlichkeiten: Die Kandidaten für die OB-Wahl würden das Amt mit sehr unterschiedlichen Ansätzen angehen. Auch das machte die Podiumsdiskussion im Alten Landtag am Mittwochabend deutlich. Christoph Kiefer, Leiter der NWZ -Lokalredaktion, erlaubte den über 400 Zuschauern Einblicke in Persönlichkeiten und politische Grundsätze der potenziellen Verwaltungschefs.

Christoph Baak (48), der für die CDU antritt, betont seine Unabhängigkeit, aber: „Die CDU ist meine Werteheimat.“ Auf Verwaltungserfahrung kann er als möglicher Chef einer 2200 Menschen zählenden Stadtverwaltung nicht bauen, aber das sieht er als Vorteil: „Ich will nicht immer gleich wissen, was nicht geht. Ich will gestalten, nicht verwalten.“ Dafür bringe er als Unternehmer und Führungskraft in der Werbebranche die Voraussetzungen mit.

Er setzt offensiv auf eine positive Unbekümmertheit, um Oldenburg nach vorn zu bringen, hat aber im Laufe des Wahlkampfs Mehrheitsfragen und Prozessabläufe in sein politisches Denken integriert.

Gastronom Heinrich Kreuzwieser (61, WFO) geht offen damit um, dass er keine Verwaltungserfahrung hat. Er will kreative Unruhe in den Wahlkampf bringen und fordert gern heraus – stets mit einem Lächeln. Auch wenn er auf die Frage nach Budgeterfahrungen sagt, dass er die Finanzen seiner Gaststätte im Griff habe. Sein Ziel: Eine hohe Wahlbeteiligung. Seine Siegchancen sieht er eher theoretisch.

Der Landtagsabgeordnete Jürgen Krogmann (50) wird in politischen Kreisen als Favorit gehandelt, auch weil die SPD hier stärkste Kraft ist. Er sieht das eher als Problem denn als Auszeichnung: „Es gibt keinen gefühlten OB, er muss gewählt werden.“ 15 Jahre hat er in der Stadtverwaltung gearbeitet, aber nicht als typischer Verwaltungsmann, sondern als Journalist im Presseamt: „Das hat mir den kritischen Blick von außen bewahrt.“ Er bemesse Themen an der Lebenswirklichkeit der Menschen und den Entscheidungswegen, die er aus der politischen Arbeit kennt. Für Luftschlösser sei er nicht zu haben. Das wird aus seiner Sicht an der Bahnumfahrung deutlich: „Ich stelle nichts in Aussicht, was nicht kommt. Um diesen Preis will ich keine Wahl gewinnen.“

Marion Rieken (53) ist parteilos, war aber bis zur Nominierung durch die Grünen Mitglied der SPD. Sie erklärt, warum sie die Sozialdemokraten verließ: „Es gab eine Entfremdung. Hartz-IV und die Koalitionsverhandlungen mit der CDU waren der Grund.“

Die gelernte Verwaltungsfachkraft und promovierte Politikwissenschaftlerin ist Vizepräsidentin der Uni Vechta und baut auf moderne Managementtechniken und Gesamtkonzepte, bei deren Entwicklung die Bürger eingebunden werden – über klar strukturierte Prozesse. Einzelmaßnahmen sind ihre Sache nicht. Leidenschaft für ein Thema und kühle Betrachtung der dafür nötigen Prozesse sind bei ihr kein Gegensatz.

Thorsten Kuchta stv. Redaktionsleitung / Redaktion Oldenburg
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