Betrifft: „Im Mehrgenerationenhaus wächst Sorge“ (NWZ  vom 4. Juli) und „Aus für Mehrgenerationenhaus“ (NWZ vom 9. Juli)

Äußere Bedingungen wie Quartiersveränderungen im Umfeld, die (...) Umbaupläne des Jochen-Klepper-Hauses, für dessen bauliche Umsetzung „Sieben Eichen“ verkauft wird (seit Jahren bekannt, allerdings nun sehr schnell realisierbar) und der nicht unerhebliche finanzielle Einsatz der Kirchengemeinde trotz „Verstetigung der Finanzierung durch Land und Bund“ führten zu diesem schweren und unbequemen Entschluss, das Mehrgenerationenhaus nicht mehr in der Trägerschaft der Kirchengemeinde Osternburg zu behalten.

Mitarbeitende wurden so schnell wie möglich informiert, die bisherigen Gruppen können in umliegenden Gemeindehäusern nach Wunsch aufgenommen werden. Die ehrenamtlichen Gemeindekirchenratsmitglieder und die PastorInnen haben mit Kritik gerechnet, distanzieren sich aber ausdrücklich davon, den Beschluss ohne christliche Nächstenliebe gefasst zu haben.

Ehrenamt ist nicht hoch genug zu würdigen, wo gibt es so viele Ehrenamtliche wie in der Kirche?

„Geldgier“ ist ein Vorwurf, der vernünftiges Wirtschaften und Haushalten mit öffentlichen Geldern in ein ungerechtfertigtes negatives Licht rücken lässt. Die Idee, die hinter einem Mehrgenerationenhaus steckt, ist ohne Frage gut und wir hoffen, dass sich für die ganze Stadt Oldenburg (...) in Kürze ein anderer Träger und eine neue Unterkunft finden lässt.

Sabine Barghoorn-Zugermeier, Mitglied Gemeindekirchenrat Osternburg Oldenburg

Mit dem „Aus fürs Mehrgenerationenhaus“ wird Oldenburg um ein wichtiges, bürgernahes Angebot ärmer. Noch vereint das Haus „Sieben Eichen“ an der Cloppenburger Straße sehr unterschiedliche Gruppen unter einem Dach: Hausaufgabenhilfe, Sprachkurse für Ausländer, Treffen für Behinderte, Computerkurse für Senioren, einen Mittagstisch und anderes mehr.

Das Büro vermittelt u. a. die Beratung und Betreuung von Demenzkranken. In einigen Aufgabenfeldern besteht die Möglichkeit, Sozialstunden abzuleisten. Zudem gibt es im Rahmen der Hausaufgabenbetreuung Praktikumsplätze für Studierende der Universität. Und auch einige schwer vermittelbare Arbeitssuchende sind im Haus als Ein-Euro-Jobber beschäftigt. Die meisten dieser Angebote werden von sozial schwachen Menschen wahrgenommen.

Zum Jahresende beendet die evangelisch-lutherische Kirchengemeinde Osternburg die Trägerschaft, denn das Haus ist verkauft.

Es bleibt die Frage: Was wird aus den Angeboten, die dort laufen? Wohin können sich die Menschen wenden, die hier eine Anlaufstelle haben? Die bisherigen Nutzer werden einfach fallen gelassen. Und die Arbeit der einzigen Hauptamtlichen, sowie der Mitarbeiter und der zahlreichen Ehrenamtlichen, die dort tätig sind, wird nicht angemessen wertgeschätzt.

Sie stehen enttäuscht und ratlos da. Für sie ist aus dem Motto „Nah dran am Nächsten“ ein „Weit weg vom Nächsten“ geworden. Daher die dringende Bitte an die Kirchengemeinde, für die gesamte Arbeit einen neuen Ort und einen neuen Träger zu finden.

Renate Crusius, Gunhild und Harald Hartung, Inge von Mering, Ute Putz, Kristine Ruhfus Oldenburg

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